Die weltweit größte Musikshow steht in den Startlöchern: Ab 10. Mai wird Wien zur Bühne für den 70. Eurovision Song Contest (ESC). Die Stadthalle als Austragungsort ist ab sofort ein Hochsicherheitstrakt, wie ein Lokalaugenschein mit den Sicherheitsbehörden zeigt.
Ab sofort gilt in der Stadthalle die sogenannte "Abriegelungsphase". Das heißt, es gibt Sicherheitsmaßnahmen auf dem Niveau eines Flughafens. Alle Besucher müssen ab sofort beim Zutritt eine umfassende Kontrolle durchlaufen.
Der Zutritt erfolgt für alle Personen nur mehr über Zugänge mit Röntgengeräten für Gepäckstücke und Metalldetektoren. Ein Zutrittskontrollsystem mit Drehkreuz und Kartenleser stellt sicher, dass nur akkreditierte und sicherheitsüberprüfte Personen die Halle betreten.
Für die Spezialeinheiten war die "Abriegelungsphase" ein wichtiger Meilenstein nach Wochen intensiver Vorbereitungen. Bevor die Stadthalle in den "Sicherheits-Lockdown" versetzt wurde, musste das gesamte Gelände geräumt werden. Danach folgte eine lückenlose Kontrolle bis in den letzten Winkel.
Sechs Sprengstoffspürhunde – sogenannte "Dualhunde" mit Schutz- und Stöberausbildung – durchsuchten alle Räume, checkten Materialien und Equipment, um mögliche Gefahrenstoffe aufzuspüren. Die Zugangssperre ermöglichte dabei ein ungestörtes und systematisches Absuchen der leeren Räume.
Die strengen Maßnahmen sind gerechtfertigt, denn in Österreich herrscht nach wie vor eine angespannte Sicherheitslage. Es gilt weiterhin die erhöhte Terrorwarnstufe 4 auf einer fünfstufigen Skala. Das bedeutet eine generelle Gefährdungslage, jedoch ohne konkrete Hinweise auf einen Anschlag. Vor allem die Teilnahme Israels spielt sicherheitstechnisch eine Rolle.
Für den ESC 2026 wurde eine umfassende Sicherheitsstruktur aufgebaut. Neben dem regulären Polizeidienst sind auch Kriminaldienst, Staatsschutz, Spezialeinheiten wie Cobra, WEGA und Drohnenabwehr im Einsatz. Rund um die Stadthalle werden täglich etwa 500 Sicherheitskräfte im Einsatz sein – sowohl uniformiert als auch in Zivil. Auch Beamte aus anderen Bundesländern helfen mit. Der Einsatzstab der Polizei ist rund um die Uhr besetzt.
Parallel dazu werden auch mögliche Demonstrationen rund um den ESC berücksichtigt. Die Polizei will Versammlungen ermöglichen, gleichzeitig aber konsequent eingreifen, sollte es zu Störungen kommen.
Auch das Areal rund um die Stadthalle ist bereits abgesperrt. Der Märzpark wurde eingezäunt und dient ab 11. Mai als Sicherheitsschleuse für das Publikum. Ab 9. Mai gibt es auch Einschränkungen für den Verkehr rund um die Stadthalle. Die Semifinale finden am 12. und 14. Mai statt, das große Finale am 16. Mai. Kommende Woche treffen bereits die ersten Künstler und Delegationen ein.