Chef-Ermittler warnt

"Vertrauen reicht": So lief Betrug mit Austro-Promis ab

Mit Fake-News und Promi-Namen lockte ein internationales Netzwerk Anleger in die Falle und erbeutete Millionen – auch in Österreich.
Newsdesk Heute
29.04.2026, 22:44
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Mit Promi-Fake-News sollen Betrüger über Jahre hinweg Anleger in die Falle locken. Hinter der Masche steckt ein international organisiertes Netzwerk, das mit manipulierten Videos ihre Opfer in die Falle lockte.

Die Täter betrieben Callcenter in Albanien, arbeiteten arbeitsteilig wie ein Unternehmen und konnten so europaweit mindestens 50 Millionen Euro erbeuten. Auch bekannte Namen wie Alexander Van der Bellen, David Alaba oder Armin Wolf wurden missbraucht, um Vertrauen zu schaffen und Opfer auf angebliche Investmentplattformen zu locken.

Mit Fake-News, Deepfake-Videos und angeblichen Medienberichten wurden Menschen zu ersten Einzahlungen verleitet, danach bauten vermeintliche "Berater" Druck für weitere Überweisungen auf. Die Gewinne waren nur vorgetäuscht, das Geld verschwand in einem internationalen Netzwerk.

Besonders perfide: Manche Opfer wurden danach erneut kontaktiert – diesmal von angeblichen Behörden oder Anwälten, die gegen eine Gebühr Hilfe versprachen und so nochmals Geld kassierten.

"Seltsam, über sich selber zu berichten"

"Es ist seltsam, über sich selber zu berichten", so Armin Wolf in der "ZIB2" am Mittwoch. Er würde seit Tagen E-Mails zu der gefälschten Investment-Werbung erhalten. "Das ist natürlich ein Fake und ein Riesen Betrug."

Die Dimension der Betrugsmasche überraschte sogar Reinhard Nosofsky, Leiter der Betrugsabteilung im Bundeskriminalamt. Die Täter agierten in großem und professionellem Stil, auch wenn die Qualität der Fake-Videos zu wünschen übrig ließ.

"Es ist offensichtlich nicht notwendig", erklärt Nosofsky in der "ZIB2". "Es reichen noch vertrauenswürdige Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, die die Leute zu verleiten, dass das Investment funktionieren könnte."

Betrug-Videos immer schwerer erkennbar

Durch den Vormarsch der künstlichen Intelligenz wird auch die Erkennung von betrügerischen Videos immer schwieriger. "Wir laufen Gefahr, dass wir in naher Zukunft überhaupt nicht mehr das glauben können, was wir sehen", so Nosofsky.

Vor einer Investition wird empfohlen, bei der Finanzmarktaufsicht nachzusehen, ob ein Unternehmen eingetragen ist. Zudem soll man bei Bankinstituten nachfragen, ob die Art von Investition tatsächlich existiert.

150 Österreicher betroffen

In Österreich sind bisher 150 Opfer mit einem durchschnittlichen Schaden von 170.000 Euro bekannt. Der Ermittler rät den Geschädigten, Anzeige zu erstatten, erst dann könne das Bundeskriminalamt reagieren. Auch sollen Fake-Inserate umgehend gemeldet werden.

Die Hoffnung, dass die Opfer ihr investiertes Geld wiedersehen, sei laut Nosofsky sehr gering. Es sei schwer, das verlorene Geld zurückzubeschaffen, da die Summen in diversen Geldwäsche-Netzwerken befürchtet werden.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 29.04.2026, 22:48, 29.04.2026, 22:44
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