Am 20.4. um 16.36 Uhr erging eine E-Mail an alle Gemeinderäte in Melk. Im Namen von Bürgermeister Patrick Strobl (VP) heißt es in dem Fake-Mail: "Hallo. Ich brauche deine Hilfe. Kannst du bei Amazon einkaufen?" Die SPÖ um Gemeinderat und Digitalexperte John Haas erkannte sofort die Betrugsabsicht – schon aufgrund der E-Mail-Adresse hatte man stutzig werden müssen.
Zum Zweck der Beweissicherung machte man selbst Jagd auf die Betrüger, ließ sich auf das Spielchen ein: "Der Fake-Bürgermeister forderte dann einen Roblox-Gutschein mit dem höchstzulässigen Wert von 150 € von uns", so Haas zu "Heute".
Dieser sollte an eine zweite Fake-Adresse mit dem Namen des Stadtchefs versendet werden. Den "Scam"-Betrügern wurde eine Abfuhr erteilt, "die Daten und IP-Adressen, wollen wir den Behörden übergeben". Die Spur führe laut Haas nach Mailand und infolge nach Rumänien.
"Mich haben gleich drei Leute angerufen", so der echte Stadtchef Patrick Strobl zu "Heute", der die Mandatare vor der Betrugsmasche warnte.
Auch in der Gemeinde Golling an der Erlauf erging eine Fake-Mail im Namen des Ortschefs an die Gemeinderäte – der Betrugsversuch schlug ebenfalls fehl.
Und: SPÖ NÖ-Landesparteichef Sven Hergovich warnte auf Facebook: "In den letzten Tagen sind mehrere Fake-Profile von mir auf Facebook im Umlauf gewesen. Diese kopieren Inhalte täuschend echt und verschicken Freundschaftsanfragen sowie Einladungen zu WhatsApp-Gruppen." Die meisten Fake-Accounts konnten durch den schnellen Austausch mit Meta inzwischen gelöscht werden.