"Hohe Strafen, auch mehrmals"

Minister sagt an: So soll Kopftuchverbot laufen

Bildungsminister Wiederkehr erklärt, was mit Schulstart neu kommt. Darunter das Kopftuchverbot unter 14 – wie es umgesetzt wird, was bei Verstoß droht
Angela Sellner
26.08.2026, 22:15
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Der Countdown zum Schulbeginn läuft – im Osten ist es am 6. September so weit. Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) stellte nun vor, wie der aktuelle Stand an den Schulen ist und was im Schuljahr 2026/27 neu wird.

Der Lehrermangel sei weitgehend eingedämmt, versicherte Wiederkehr eingangs: "Der Schulstart ist personell gesichert." "Die Trendwende ist gelungen, wir haben wieder ausreichend Bewerber", so der Minister.

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Man habe insgesamt 18.587 Bewerbungen auf unterschiedliche Lehrerstellen erhalten, darunter 1.808 Quereinsteiger. Nicht ausreichend Lehrer gebe es nur mehr vereinzelt regional, insbesondere an Volksschulen. Und in naturwissenschaftlichen Fächern sowie Sport gebe es weiter Bedarf an Lehrkräften.

Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) nennt zehn Projekte, mit denen die Situation an den Schulen jetzt verbessert werde.
Sabine Hertel

Zehn Projekte

Im kommenden Schuljahr gebe es zahlreiche Neuerungen, mit denen man die Situation an den Schulen verbessern wolle, erklärte Wiederkehr. Konkret verwies er auf zehn "Projekte", die nun an den Start gehen:

Mit dem Chancenbonus gibt es für 400 "Brennpunkt"-Schulen spezielle Unterstützung in Form zusätzlichen Personals. Insgesamt sind das 800 Personen – keine Lehrer, sondern Leute aus anderen Bereichen, von Sozialarbeit bis Tanzpädagogik. "Die Schulen können selbst sagen, wo sie Bedarf haben", so Wiederkehr.

Schwerpunkt Deutschförderung

Größter Schwerpunkt im kommenden Schuljahr ist die Deutschförderung. "Hier haben wir die Planstellen massiv aufgestockt", sagt Wiederkehr: "Deutsch hat oberste Priorität." Erstmals können Schulen autonom eigene Deutschförder-Modelle etablieren – 52 Prozent der Schulen mit Deutschförderklassen haben das laut Wiederkehr entsprechend eingereicht.

Erstmals werden ab Herbst über eine Plattform Leistungsdaten von Schulstandorten veröffentlicht – das soll die Transparenz nicht zuletzt für Eltern erhöhen. Start ist im Oktober mit Volksschulen.

Mehr Verwaltungspersonal

Neu eingezogen wird an Schulen ein "Mittleres Management". Dafür sind im nächsten Schuljahr 620 Planstellen vorgesehen, im Vollausbau dann 800. Dieses zusätzliche Personal soll die Schulleitung insbesondere in der Verwaltung unterstützen.

"Überhaupt wollen wir den bürokratischen Aufwand zurückdrängen", verweist Wiederkehr auf das Vorhaben "Freiraum Schule". 80 Prozent der früher üblichen Rundschreiben habe man bereits außer Kraft gesetzt.

Um Schulabbrüche zu reduzieren, werden verpflichtende Perspektivengespräche eingeführt. "Es kann passieren, dass es zu Schulabbrüchen kommt – aber den Schülern sollen in jedem Fall Perspektiven aufgezeigt werden", so Wiederkehr.

Mehr Schulverweise

Ein Warnzeichen sei, dass es eine immer höhere Zahl an Kindern gebe, die für einen gewissen Zeitraum der Schule verwiesen werden, erklärte der Minister. Deshalb werde eine verpflichtende Suspendierungsbegleitung eingeführt (zwischen acht und 20 Stunden). Wiederkehr: "Bisher konnten suspendierte Schüler beispielsweise im Einkaufszentrum abhängen, das geht künftig nicht mehr", machte Wiederkehr klar.

Unter anderem zur Unterstützung dieser Suspendierungsbegleitung wurden Stellen für 70 neue Schulpsychologen geschaffen. Deren Anzahl wird damit verdoppelt.

So wird Kopftuchverbot umgesetzt

Zentrale Neuerung ab dem kommenden Schuljahr ist das umstrittene  Kopftuchverbot für unter 14-Jährige in der Schule. Dieses tritt mit Schulstart in Kraft. "Wir wollen junge Mädchen in ihrer Entwicklung Schutz bieten, sie vor patriarchalen Vorstellungen schützen", sagte Wiederkehr.

„Einmaliges Freikaufen vom Kopftuchverbot ist nicht möglich.“
Christoph WiederkehrBildungsminister (Neos)

Wie das Verbot umgesetzt werde? Verstöße müssten von den Lehrkräften gemeldet werden. "Wird das Verbot nicht eingehalten, soll es zunächst Gespräche mit den Eltern geben." Wenn das nichts bringe, gebe es ein Verwaltungsverfahren mit Strafen bis zu 800 Euro. Strafen könnten auch mehrmals verhängt werden. "Einmaliges Freikaufen vom Kopftuchverbot ist nicht möglich", betonte Wiederkehr.

Abschließend verwies der Minister noch auf die Schulbeihilfe. Unterstützungsprogramme des Ministeriums und der Länder greifen einkommensschwachen Familien in vielen Bereichen unter die Arme, damit die Kinder gleiche Chancen im Schulalltag haben.

{title && {title} } sea, {title && {title} } Akt. 27.08.2026, 10:15, 26.08.2026, 22:15