Gewalt, Mobbing und Co. Immer mehr Kinder in Salzburg haben offenbar massive Schwierigkeiten mit ihren Kollegen. Besonders deutlich wird das in den Volksschulen: Dort hat sich die Zahl der Suspendierungen innerhalb von fünf Jahren versiebenfacht.
Im Schuljahr 2020/21 wurden noch fünf Volksschulkinder suspendiert. Im vergangenen Schuljahr waren es bereits 35.
Auch über alle Schulstufen hinweg zeigt sich ein deutlicher Anstieg. Die Zahl der suspendierten Kinder und Jugendlichen an Salzburgs Schulen kletterte seit 2020/21 von 24 auf 133, das berichtet der ORF.
Schwierigkeiten im sozialen Umgang fallen laut SPÖ-Bildungssprecherin Bettina Brandauer teilweise bereits im Kindergarten auf. Sie berichtet von Kindern, die zu Hause häufig vor Handy oder Tablet "geparkt" würden und Probleme im Umgang mit anderen Menschen hätten.
Damit können Schwierigkeiten also bereits lange vor dem ersten Schultag sichtbar werden.
"Kinder sind emotional und sozial überfordert wegen der Reizüberflutung. Dann kann man oft mit Konflikten und Reizen von außen nur noch schwer umgehen. Da muss man früher ansetzen, bei der Familien- und Elternarbeit", sagt Brandauer im ORF.
Nicht nur die Volksschulen sind betroffen. Knapp die Hälfte der Suspendierungen entfällt auf Kinder und Jugendliche in den Mittelschulen.
Auch dort liegt die Zahl deutlich über jener von vor fünf Jahren: Im vergangenen Schuljahr 2025/26 wurden gut fünf Mal so viele Mittelschüler suspendiert wie 2020/21.
Zuletzt stagnierte die Zahl dort allerdings, nachdem es einige Jahre zuvor einen massiven Sprung gegeben hatte.
Brandauer will deshalb bereits bei jüngeren Kindern ansetzen und fordert landesweite Sozialarbeit in Kindergärten. Dabei soll es auch um die Arbeit mit Familien und Eltern gehen.
Das Thema soll im Herbst erneut diskutiert werden. Für die Salzburger Bildungssprecherin zeigen die Zahlen jedenfalls, dass Unterstützung nicht erst dann beginnen sollte, wenn Kinder bereits in der Schule suspendiert werden.