Viele sperren bereits zu

Berghütten sitzen am Trockenen – Wasser fürs WC fehlt

Mehrere Schutzhütten in Salzburg kämpfen mit akutem Wassermangel. Naturfreunde fordern mehr Hilfe, das Land verweist auf laufende Förderungen.
Österreich Heute
21.08.2026, 19:13
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Die anhaltende Trockenheit im Sommer setzt Salzburgs Alpen stark zu.

Besonders die Schutzhütten stehen vor enormen Herausforderungen, weil ihre Wasserversorgung zusammenbricht. Die Naturfreunde Salzburg schlagen nun in einem offenen Brief Alarm und fordern rasche Unterstützung von Bund und Land.

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Laut Sophia Burtscher-Trenkler, Vorsitzender der Naturfreunde Salzburg, mussten bereits mehrere Hütten die Duschen sperren, Buchungen stornieren oder sogar komplett schließen. Der wirtschaftliche Schaden durch Ausfälle und Notmaßnahmen wird derzeit auf rund 51.500 Euro geschätzt.

Zusätzlich sind bis zu 185.000 Euro notwendig, um die Wasserversorgung der Hütten langfristig sicherzustellen.

Bei drei Häusern hat sich die Wasserversorgung bereits zu einem akuten Problem entwickelt. Die Naturfreunde sehen deshalb dringenden Handlungsbedarf und fordern nachhaltige Lösungen.

Im Anton-Proksch-Haus in Werfenweng (Pongau) ist der Wassermangel bereits so groß, dass die Sanitäranlagen für Gäste gesperrt werden mussten. Rund 400 Buchungen wurden bereits storniert. Eine mögliche Lösung wäre eine Anlage zur Aufbereitung von Regenwasser samt Speicher. Die Naturfreunde rechnen dafür mit Kosten von rund 100.000 Euro.

Das Leopold-Happisch-Haus im Tennengebirge (Pongau) ist bereits geschlossen. Für eine Wiederinbetriebnahme wären neben einem neuen Regenwassertank auch eine Anlage zur Trinkwasseraufbereitung notwendig. Die dafür erwarteten Investitionskosten liegen zwischen 65.000 und 85.000 Euro.

Auch im Wallerseehaus in Seekirchen (Flachgau) ist die Situation angespannt. Dort steht fließendes Wasser derzeit nur noch zu bestimmten Zeiten zur Verfügung. Die Naturfreunde wollen deshalb einen Anschluss an das öffentliche Wassernetz. Wie teuer dieser ausfallen würde, ist derzeit noch nicht bekannt.

Ehrenamtliche Helfer stoßen an ihre Grenzen

Die Instandhaltung der alpinen Infrastruktur übernehmen meist Vereinsmitglieder ehrenamtlich. Doch die Herausforderungen durch den Klimawandel übersteigen laut den Naturfreunden die Möglichkeiten der Vereine deutlich.

"Dieses Engagement ist unbezahlbar – und es ist die Grundlage dafür, dass viele unserer Häuser überhaupt bestehen können. Doch Ehrenamt kann nicht alles auffangen. Wir schaffen das nicht mehr aus eigener Kraft!", so Burtscher-Trenkler.

Land Salzburg verweist auf hohe Förderungen

Das Land Salzburg betont auf Anfrage, dass alpine Schutzhütten ein unverzichtbarer Teil der Infrastruktur seien und bereits kräftig gefördert werden. Bei Investitionen in abgelegenen Lagen werden Wasser- und Abwasserprojekte mit bis zu 65 Prozent unterstützt. In den letzten fünf Jahren flossen rund 2,2 Millionen Euro in mehr als 50 Projekte.

Das Leopold-Happisch-Haus wurde allein mit knapp 95.400 Euro gefördert. Zudem stehen laut Land weitere Gespräche über Förderungen jederzeit offen.

Salzburg erlebt historische Dürre

Obwohl sich aktuell Regen ankündigt, ist das Jahr in Salzburg von außergewöhnlicher Trockenheit geprägt. Die Niederschlagsmenge liegt heuer um 33 Prozent unter dem Durchschnitt, was die Situation für die alpinen Schutzhütten zusätzlich verschärft.

{title && {title} } red, {title && {title} } 21.08.2026, 19:13