Wiederkehr in der "ZIB2"

Bildungsminister "verwundert" ORF-Moderatorin völlig

Mit einer umfassenden Bildungsreform will die Regierung den Bildungsproblemen gegensteuern. Der Bildungsminister zu den Großprojekten in Schulen.
Newsdesk Heute
05.07.2026, 22:22
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Österreichs Schulen stehen vor großen Herausforderungen. Neben dem anhaltenden Lehrkräftemangel sorgen vor allem überlastete Pädagoginnen und Pädagogen, wachsende Sprachbarrieren in den Klassenzimmern sowie die zunehmenden Auswirkungen sozialer Medien für Diskussionen. Viele Lehrer klagen darüber, dass Bürokratie und Verwaltungsaufgaben immer mehr Zeit in Anspruch nehmen, während gleichzeitig Kinder und Jugendliche häufiger mit Konzentrationsproblemen und psychischen Belastungen kämpfen.

Auch die Chancengleichheit bleibt ein großes Thema. Bildungsexperten kritisieren seit Jahren, dass der schulische Erfolg in Österreich noch immer stark von der sozialen Herkunft abhängt. Gleichzeitig wächst der Druck auf Schulen mit vielen Kindern, die zusätzliche Sprachförderung oder sonderpädagogische Unterstützung benötigen. Elternvertretungen und Interessenorganisationen warnen, dass es gerade im Bereich der Inklusion an Personal und Ressourcen fehlt und betroffene Schülerinnen und Schüler dadurch oft nicht ausreichend gefördert werden.

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Mit einer umfassenden Bildungsreform will die Bundesregierung nun gegensteuern. Geplant sind modernisierte Lehrpläne mit mehr Finanzbildung, Medienkompetenz und künstlicher Intelligenz, zusätzliche Unterstützung für besonders herausfordernde Schulstandorte sowie organisatorische Entlastungen für Schulleitungen und Lehrkräfte. Ob diese Maßnahmen die bekannten Probleme tatsächlich lösen können, wird sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen. Am späten Sonntagabend nahm Bildungsminister Christoph Wiederkehr (NEOS) zu Problemen und Plänen in der "ZIB2" bei ORF-Moderatorin Margit Laufer Stellung.

"Sie verwundern mich jetzt"

Wenn in den Schulen künftig das gesamte Personal vom Bund kommen soll, verdienen dann Lehrerinnen und Lehrer in den Bundesländern das Gleiche? "Ja, das ist schon jetzt der Fall", so Wiederkehr, "die große Änderung" werde sein, dass "das gesamte Personal über die Schuldirektion abgerufen werden kann". Man gebe den Schulleitungen mehr Autonomie, am Standort könne entschieden werden, welche Kräfte gebraucht würden. "Sie verwundern mich jetzt", rang Moderatorin Laufer kurz um Worte – schließlich sei die große Kritik, dass Lehrer je nach Bundesland eben nicht das Gleiche verdienen würden.

Sogar pro Schulstandort verdiene man unterschiedlich viel, hielt Laufer dem Bildungsminister vor. Wiederkehr verteidigte sich mit einem "einheitlichen Dienstrecht bei Lehrpersonal", recht habe Laufer beim "Freizeitpersonal", das solle nun vereinheitlicht werden. Und die Verkleinerung von Kindergartengruppen? Damit starte man nächstes Jahr, "schrittweise pro drei Jahre ein Kind weniger", so Wiederkehr. "Das ist das, was maximal möglich ist, weil wir haben aktuell leider einen Pädagoginnenmangel." Langfristig werde das Vorhaben weitere Schritte wie eine weitere Senkung der Gruppengröße unter 22 Kinder brauchen.

"In Österreich noch nicht gut genug"

"Für mich soll ein Kindergartenkind in Vorarlberg gleich viel wert sein wie eines im Burgenland", so der Minister zur Vereinheitlichung der Kindergärten. Laufer verwies auf unterschiedliche Öffnungszeiten, fehlende Zielvorgaben und uneinheitliche Systeme bei den Ganztagsschulen. Das werde Ziel der Reform sein, so Wiederkehr. Der Minister sprach eine Mindestöffnungszeit von Kindergärten von 45 Stunden pro Woche und maximale Schließtage von fünf Wochen an. "Das sind die Ziele, die sollen in allen Bundesländern auch erfüllt werden", so Wiederkehr. Und: Bei der Betreuung der Unter-3-Jährigen sei man "in Österreich noch nicht gut genug"-

Die große Einigung bei der Reform seien die neuen Qualitätsstandards, hieß es. Eltern würden "eine echte Wahlfreiheit" bekommen, und die Kinder "bessere Bildungschancen". Und käme für Wiederkehr eine Vorverlegung der Sommerferien aufgrund der Hitze in den Klassen infrage? "Das ist ein interessanter Vorschlag", so der Minister. "Der wird auch von mehreren Seiten unterstützt." Er könne es sich vorstellen, weil im August die Nächte länger und die Tage kürzer werden und es mehr Abkühlung gebe. Aber: "Wichtig ist allerdings, es kann nicht die einzige Maßnahme sein." Eine Verkürzung der Sommerferien sei wiederum nicht vorgesehen.

Ein Hitzegipfel solle auch klären, was hitzefrei für die Schulen bedeute – auf eine konkrete Temperatur wollte sich Wiederkehr nicht festlegen und verwies auf Beratungen am Mittwoch. Er wolle sich Meinungen von Experten einholen und dann Schlüsse daraus ziehen. Bei der Vorverlegung der Sommerferien brauche es "eine Einigung der Bundesländer", so der Minister, der eine österreichweit einheitliche Regelung bevorzugen würde. Im Herbst werde es eine Konferenz der Bildungslandesräte geben, wo dies beschlossen werden könnte. "Es gibt Evidenz dafür, dass es sinnvoll ist", so Wiederkehr.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 05.07.2026, 22:28, 05.07.2026, 22:22
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