In keinem Bundesland gibt es mehr Volksschüler, die dem Unterricht kaum oder gar nicht folgen können. Laut aktuellen Zahlen von Statistik Austria entfallen auf Wien zwar nur rund 22,5 Prozent aller Volksschüler in Österreich, gleichzeitig müssen hier aber über 40 Prozent aller Schulanfänger mit Deutschförderbedarf betreut werden.
Konkret zeigt das der Stellenplan für das Schuljahr 2026/27: Von österreichweit 39.960 außerordentlichen Volksschülern saßen 16.279 Kinder in einer Klasse in Wien. Das entspricht 40,7 Prozent aller Schulanfänger, die kaum oder gar nicht Deutsch sprechen.
Kein anderes Bundesland kommt auch nur annähernd auf vergleichbare Werte. Das Burgenland ist im Vergleich zu Wien am anderen Ende der Skala. Hier gibt es nur 544 Volksschüler oder 1,4 Prozent mit Sprachproblemen – der Topwert in ganz Österreich. In Wien ist die Entwicklung bei den Schulanfängern besorgniserregend. Innerhalb von fünf Jahren stieg der Anteil der außerordentlichen Schüler laut VP Wien von 41 auf 51 Prozent an.
Auch auf Bezirksebene zeigen sich große Unterschiede. In Wien-Margareten gelten mittlerweile 77 Prozent der Schulanfänger wegen fehlender Deutschkenntnisse als außerordentliche Schüler. "Wien ist der traurige Deutschproblem-Hotspot. SPÖ und Neos wollen weiter über die Deutschprobleme hinwegtäuschen, aber die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wien hat mehr als 40 Prozent der Schüler mit Deutschproblemen. Die außerordentlichen Schüler von heute sind die Mindestsicherungsbezieher von morgen", übt ÖVP-Klubobmann Harald Zierfuß scharfe Kritik.
"Als Volkspartei fordern wir einen klaren Deutschförderplan, damit jedes hier geborene Kind bis zur Schule Deutsch kann: Kindergartenpflicht für 3-Jährige mit Deutschproblemen, mehr Deutschförderkräfte, härtere Kontrollen und Förderstopp für Kindergärten, die nicht Deutsch beibringen. Ohne effektive Deutschmaßnahmen hat Wien keine Zukunft", so Zierfuß.
Für die zusätzliche Deutschförderung stellt der Bund im Schuljahr 2026/27 österreichweit 70 Planstellen zur Verfügung. Allein auf Wien entfallen dabei 28,5 Planstellen – ebenfalls mit großem Abstand der höchste Wert aller Bundesländer. Problematisch: 60 Prozent der Kinder, die in Wien kaum oder gar nicht Deutsch sprechen, sind in Österreich geboren.