Nicht nur auf Asphalt und in Büros steigen die Temperaturen auf Rekordwerte – auch in Österreichs Schulen wird die Hitze zunehmend zum Problem. Erste Bildungseinrichtungen reagieren deshalb mit Sonderregelungen und ermöglichen Schülern ein vorzeitiges Unterrichtsende.
Eine Schule im Burgenland hat bereits ihren Stundenplan wegen der hohen Temperaturen verkürzt. Auch in Wien werden Maßnahmen gesetzt: Das Gymnasium Kundmanngasse in Wien-Landstraße bietet seinen Schülern erstmals die Möglichkeit, wegen der Hitze früher nach Hause zu gehen.
Die Hitze in Wiens Schulen sorgt zunehmend für Kritik. Laut Melanie Rössler, Personalvertreterin der FSG-Pflichtschulvertretung, wurden an Wiener Pflichtschulen zuletzt zur Mittagszeit Raumtemperaturen zwischen 30 und 35 Grad gemessen. Die Angaben stützen sich auf eine Schnellumfrage unter mehr als 150 Schulen.
Die Folgen seien im Schulalltag deutlich spürbar. "Da keine klimatisierten Räume vorhanden sind und sich zu viele Kinder in den Klassen befinden, leiden Konzentration, Verhalten und Wohlbefinden erheblich", erklärt Rössler, die selbst als Lehrerin tätig ist.
Elternvertreter Ralf Niederhammer schildert eine ähnliche Situation an der Schule seiner Kinder. Das Schulgebäude in Wien-Währing ist südseitig ausgerichtet, die Klassenzimmer heizen sich daher rasch auf. Bereits im Frühjahr kletterten die Temperaturen in den Räumen auf 30 Grad.
Gemeinsam mit anderen Eltern wurde über mögliche Lösungen diskutiert. "Wir wollten Ventilatoren spenden, jedoch darf die Schule nicht einfach so Ventilatoren annehmen. Nach einer Anfrage an die MA56 lehnte diese das ab, aufgrund der geringen Effizienz der Ventilatoren. Andere Lösungen wurden uns nicht mitgeteilt", so Niederhammer im "Ö1-Journal".
Die Anfrage für die Ventilatoren wurde bereits im Oktober gestellt, im November folgte die Ablehnung. Auch ein Antrag auf die Installation von Deckenventilatoren wurde nicht genehmigt. Da das Schulgebäude unter Denkmalschutz steht, lassen sich Alternativen wie Außenjalousien nicht kurzfristig umsetzen. Darüber werde derzeit diskutiert, eine Umsetzung könne jedoch bis zu zwei Jahre dauern.
Laut Niederhammer sei die Schule sehr bemüht, eine Lösung gegen die Hitze zu finden. Der Handlungsspielraum der Schule sei jedoch äußerst begrenzt. "Die Stadt Wien muss etwas tun, damit die Schulen mehr Autonomie bekommen", fordert der Elternvertreter.
An der betroffenen Schule ist der Notenschluss bereits erfolgt. Der Unterricht könne daher an die hohen Temperaturen angepasst werden.