Schlimme Vorwürfe

Nach Kinderhandel-Gerüchten – jetzt reagiert "Vinted"

Rätselhafte Spielzeug-Inserate sorgen diese Woche für Aufregung. Nun nimmt die Plattform Vinted Stellung und weist die Vorwürfe zurück.
Michael Pollak
24.06.2026, 16:12
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Kuscheltiere um 15.000 Euro, dazu Angaben wie Alter und Körpergröße: Solche Inserate sorgen im Netz für schlimme Spekulationen. Manche Nutzer vermuteten hinter den Anzeigen sogar einen Zusammenhang mit Kinder- oder Menschenhandel.

Jetzt äußert sich die Verkaufsplattform Vinted erstmals ausführlich zu den Vorwürfen: "Uns sind die derzeit online zirkulierenden Anzeigen bekannt. Nach unseren aktuellen Untersuchungen haben wir jedoch keinerlei Beweise gefunden, die diese Angebote mit Kinderhandel in Verbindung bringen."

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Bundeskriminalamt prüft Hinweise

Die Aufregung beschäftigt seit Tagen auch die Ermittlungsbehörden. Gegenüber "Heute" bestätigte das Bundeskriminalamt zahlreiche Hinweise aus der Bevölkerung.

"Seit Dienstag bekommen wir vermehrt Meldungen zu solchen Fällen. Wir nehmen sie alle sehr ernst und prüfen intensiv."

Gleichzeitig betonten die Ermittler, dass es auch eine deutlich harmlosere Erklärung geben könnte. Denkbar sei, dass jemand gezielt für Verunsicherung sorgen wolle und die Inserate frei erfunden wurden.

Aus der Vinted-Zentrale: "Wir nehmen dieses Thema extrem ernst und fordern jeden, der auf eine solche Anzeige stößt, dazu auf, diese sofort zu melden, damit wir sie prüfen und Maßnahmen ergreifen können. Es gibt zudem wichtige, oft verwirrende Unterschiede zwischen den aktuell kursierenden, bewusst verstörenden Anzeigen, einer verwirrend unüberlegten Anzeige oder konkreten Beweisen für Kinderhandel – und Letztere liegen hier nicht vor. Ein unabhängiger aktueller Faktencheck kam zum selben Ergebnis."

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Altersangaben sorgen für Verwirrung

Besonders für Aufsehen sorgten Inserate, in denen bei Spielzeug für horrende Preise (15.000 Euro) angepriesen werden. "Diese Preise spiegeln in einigen Fällen entweder einen realen Sammlerwert oder Verhandlungstaktiken wider."

Nach Angaben des Unternehmens dürften manche der kursierenden Fälle bewusst für Aufsehen geschaffen worden sein. "In anderen Fällen handelt es sich leider schlicht um Trolling und gezielte Falschmeldungen, die darauf ausgelegt sind, viral zu gehen."

Damit schlägt Vinted einen ähnlichen Ton an wie Ermittler in Deutschland. Dort erklärten Polizeibehörden zuletzt ebenfalls, dass nach aktuellem Stand vieles auf Fake-Anzeigen hindeute. Dennoch würden die Hinweise weiterhin überprüft.

Verkäufer werden beschimpft

Die Plattform berichtet außerdem von negativen Folgen für unbeteiligte Nutzer. "Wir beobachten in diesem Zusammenhang leider ebenfalls einen Anstieg von ungerechtfertigtem, beleidigendem Verhalten gegenüber Vinted-Verkäufern, die legitime, höherpreisige Kinderartikel anbieten."

Verantwortlich dafür seien laut Vinted Fehlinformationen, Trolling und Verschwörungstheorien.

Gleichzeitig betont das Unternehmen, gegen verdächtige Inhalte konsequent vorzugehen. "Wir möchten, dass sich jeder auf Vinted sicher fühlt, und dulden keine unangemessenen oder kriminellen Inhalte auf unserer Plattform. Wir greifen jedes Mal ein, wenn wir auf eine verdächtige Anzeige aufmerksam werden – sowohl durch unsere eigenen Erkennungstools als auch durch Meldungen unserer Mitglieder – und prüfen jeden Fall sorgfältig."

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