Die geplante Teilsperre des Aumannplatzes sorgt in Währing weiter für politische Diskussionen. Die ÖVP Währing kündigt an, in der kommenden Bezirksvertretungssitzung eine Resolution gegen das Vorhaben einzubringen. Die Partei fordert den Erhalt der stadteinwärts führenden Verkehrsverbindung in der Währinger Straße zwischen Klostergasse und Vinzenzgasse.
Nach Ansicht der ÖVP werde die Teilsperre den Verkehr nicht reduzieren, sondern lediglich in andere Teile des Bezirks verlagern. Besonders betroffen seien das Schulviertel rund um den Ebner-Eschenbach-Park, die Gentzgasse mit den Straßenbahnlinien 40 und 41 sowie das Umfeld des Carolusheims.
"Hier wird eine funktionierende Verkehrsverbindung mutwillig gekappt, obwohl jeder weiß, dass der Verkehr dadurch nicht verschwindet. Er wird lediglich in Wohngebiete, vor Schulen und auf die Schienenstraße Gentzgasse verlagert. Das Ergebnis wird ein Verkehrschaos für ganz Währing sein", sagt ÖVP-Bezirksvorsteher-Stellvertreter Oliver Möllner. Auch Auswirkungen auf den öffentlichen Verkehr befürchtet die Volkspartei. Die bereits stark frequentierte Gentzgasse könnte nach Ansicht der ÖVP zusätzlich belastet werden.
Kritik kommt auch mit Blick auf die Schulwegsicherheit. Die ÖVP sieht insbesondere die Kreuzung Gentzgasse/Türkenschanzstraße als Problemstelle.
"Wenn der gesamte stadteinwärts führende Verkehr durch eines der dichtesten Schulviertel Wiens oder entlang der Gentzgasse geleitet wird, verschlechtert sich die Situation für Schülerinnen und Schüler, Eltern und Senioren massiv", erklärt ÖVP-Klubobfrau Beate Marx.
Die ÖVP berichtet von Gesprächen mit Geschäftsleuten und Anrainern rund um den Aumannplatz. Laut Partei stoße das Projekt auf breite Ablehnung. "Der Aufschrei, der Frust und der Ärger sind groß. Die Teilsperre des Aumannplatzes will niemand. Sie wird eine Schließung von Unternehmen auslösen und zu einem Verkehrschaos führen", so Möllner.
Neben den Verkehrsfolgen kritisiert die ÖVP auch die Finanzierung des Projekts. Die Partei spricht von Kosten von mehr als drei Millionen Euro und verweist auf andere Investitionsvorhaben im Bezirk. "Währing hat schlichtweg kein Geld für dieses Projekt", sagt Möllner.
Bei Beteiligungsprozessen 2022 und 2023 wurden mehr als 1.200 Ideen und Wünsche eingebracht – die große Mehrheit davon will weniger Autoverkehr und dafür mehr Platz für Grün, für konsumfreie Sitzgelegenheiten und für Schanigärten. Deshalb hat eine Mehrheit der Bezirksvertretung beschlossen, einen Planungsprozess für die Neugestaltung des Aumannplatzes zu starten. Seit Mai und noch bis September laufen Präsentationen und Gespräche zu den Planungen. Bis 17. Mai kann Feedback zum Konzept eingebracht werden.
Das Grobkonzept sieht vor, die gesamte Fläche auf der Seite des Platzes zur Währinger Straße zur Fußgänger-Zone mit Grünflächen, Bäumen, Sitzmöbeln, Schanigärten zu machen. Der Park wird direkt an die Fußgänger-Zone angebunden und damit freier zugänglich. Im Zuge der Neugestaltung wird auch die überfällige Modernisierung der Park-Beleuchtung erfolgen. Und der Platz bekommt wieder eine fixe WC-Anlage.