In Margareten sorgt die geplante Umgestaltung der Rüdigergasse für politischen Zündstoff. Während die Grünen die Straße begrünen und verkehrsberuhigen wollen, kündigte die SPÖ bereits Widerstand an. Für die Grünen ist klar: Gemeinsam mit der FPÖ bilde die SPÖ eine "rot-blaue Blockadeachse" gegen mehr Lebensqualität im Grätzl.
Am 16. Juni entscheidet die Bezirksvertretung über die Finanzierung des Projekts. Geplant sind unter anderem breitere Gehsteige, neue Bäume, mehr Schatten, weniger Durchzugsverkehr und eine Verkehrsberuhigung.
"Die Rüdigergasse zeigt sehr deutlich, worum es in Margareten geht", sagt die grüne Klubobfrau Julia Fritz. Es gehe darum, "endlich mehr Platz für Menschen" zu schaffen. Die FPÖ Margareten kritisierte das Vorhaben bereits. 90 Prozent der Parkplätze würden verschwinden. Die Freiheitlichen kündigten Widerstand in der Bezirksvertretung an und riefen andere Fraktionen dazu auf, sich gegen das Projekt zu stellen.
Nach Angaben der Grünen ist die Rüdigergasse derzeit stark versiegelt, vom Verkehr geprägt und besonders im Sommer von Hitze belastet. Die Gehsteige seien vielerorts zu schmal, vor allem für Menschen mit Kinderwagen, Rollator oder Rollstuhl. Die geplante Neugestaltung umfasst acht neue Bäume, zehn Hochstammsträucher, breitere Gehsteige sowie eine neue Verkehrsorganisation zur Reduktion des Durchzugsverkehrs.
"Das ist kein Luxusprojekt, sondern eine dringend notwendige Verbesserung im Alltag der Menschen", betont Fritz. Wer im Sommer durch die Gasse gehe, merke sofort, "wie sehr hier Grün und Schatten fehlen".
Die Grünen verweisen darauf, dass die Planungen bereits seit mehreren Jahren laufen. Wünsche und Anliegen der Anrainer seien in die Ausarbeitung eingeflossen. Auch nach einer Informationsveranstaltung Anfang Mai seien weitere Anpassungen vorgenommen worden. "Wir haben zugehört und Verbesserungen vorgenommen", sagt Bauausschuss-Vorsitzender Herbert Panek. Beteiligung bedeute, "Anliegen ernst zu nehmen und Lösungen zu finden".
Für die Grünen hat die Abstimmung Signalwirkung über die Rüdigergasse hinaus. "Es geht nicht nur um eine einzelne Gasse", so Fritz. Entscheidend sei, ob Margareten den öffentlichen Raum weiterentwickle oder "eine rot-blaue Blockadeachse jede Verbesserung verhindert, sobald einige Stellplätze betroffen sind".