U6-Brennpunkt im Fokus

Über 100 Betretungsverbote bei Drogen-Hotspot

Die Situation rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße sorgt weiter für Diskussionen. Nun suchten Bezirk und Stadt das Gespräch mit Anrainern.
Wien Heute
03.06.2026, 14:54
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Die Sorgen rund um die U6-Station Gumpendorfer Straße beschäftigen die Menschen im Grätzl seit Monaten. Nun präsentierten Bezirksvorsteherin Julia Lessacher (SPÖ) und Wiens Sucht- und Drogenkoordinator Ewald Lochner vor rund 120 Anrainerinnen und Anrainern ein umfangreiches Maßnahmenpaket, das für mehr Sicherheit sorgen soll.

Bei dem Informationsabend im Haus der Begegnung Mariahilf standen die Probleme rund um den Gumpendorfer Gürtel und den Fritz-Imhoff-Park im Mittelpunkt. Vertreter von Polizei, Suchthilfe und Stadt Wien beantworteten Fragen und diskutierten mit den Bewohnern über mögliche Lösungen.

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100 Betretungsverbote

Besonders im Fokus steht die neu eingerichtete Schutzzone. Diese zeigt laut Polizei bereits Wirkung: Innerhalb weniger Wochen wurden mehr als 100 Betretungsverbote ausgesprochen. Gleichzeitig sollen verstärkte Kontrollen verhindern, dass sich Drogenhandel dauerhaft an einem Ort festsetzt.

120 Anrainer nutzten den Austausch mit der Bezirksvorsteherin und dem Sucht- und Drogenkoordinator.
BV 6

Baulich wurde bereits reagiert. Der Fritz-Imhoff-Park wurde umgestaltet, mit einem 2,4 Meter hohen Zaun versehen und potenzielle Aufenthaltsbereiche reduziert. Zusätzlich wurden Sträucher zurückgeschnitten und eine mobile Toilettenanlage entfernt.

7 Maßnahmen für die Achse Westbahnhof – Gumpendorfer Gürtel

Insgesamt umfasst das vorgestellte Maßnahmenpaket sieben Punkte – von mehr Sauberkeit und Sicherheitskontrollen über den Ausbau der Sozialarbeit bis hin zu besseren gesetzlichen Möglichkeiten im Kampf gegen den illegalen Handel mit Substitutionsmitteln.

Das vorgestellte Paket umfasst:

  • Schutzzone: Schutz von Kindern und Jugendlichen, Unterbinden von Handel und Konsum in der Nähe von Schulen und Spielplätzen.
  • Sauberkeit und Lebensqualität: Neue Reinigungs- und Grünschnittpläne, verstärkte Intervalle der Straßenreinigung und der Stadtgärtner, Ausgabe von Spritzen-Entsorgungsbehältern, dezentrale Möglichkeiten des Spritzentauschs.
  • Gesundheit und soziale Integration: Ausbau der mobilen Sozialarbeit für niederschwellige Hilfe.
  • Wissen und Handlungssicherheit: Praxisnahe Informationen für Ärztinnen, Fortbildungen für Polizistinnen zu Sucht, Substitution und Suchtmittelgesetz, Schulungen in der Verwaltung sowie ein klares Beschwerdemanagement.
  • Verschärfte Sicherheitskontrollen im öffentlichen Raum, um die Verfestigung des Drogenhandels an einem Ort aufzubrechen.
  • Medizinische Versorgung für Menschen mit Suchterkrankungen sicherstellen.
  • Bundesgesetzliche Anpassungen: klarer Datenaustausch und größerer Handlungsspielraum für bundesweit abgestimmtes Vorgehen, insbesondere gegen den illegalen Handel mit Substitutionsmedikamenten.

"Die Anliegen der Anrainerinnen und Anrainer nehmen wir sehr ernst. Der Abend hat gezeigt, dass ein offener Austausch wichtig ist, um Maßnahmen zu erklären und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Ziel ist, dass sich alle Menschen im öffentlichen Raum wohlfühlen können", so Bezirksvorsteherin Lessacher.

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