Anrainerin verärgert

Kein Gehweg – "Habe Angst, mit Kindern rauszugehen"

Für Ärger sorgt ein fehlender Gehsteig in einer Donaustädter Wohngegend: Bewohner trauen sich mittlerweile nicht mehr zu Fuß auf die Straße.
Yvonne Mresch
03.06.2026, 05:30
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"Ich fahre mittlerweile nur mehr mit dem Auto. Und das, obwohl wir in einer ruhigen Gegend wohnen, unser Kindergarten sowie Einkaufsmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe sind", berichtet Lisa F. (Name von der Redaktion geändert). Die 37-Jährige lebt mit ihrem Mann und zwei Kleinkindern in der Wolfgang-Mühlwanger-Straße (Donaustadt).

Trotz der hohen Wohnkosten gleiche das Ortsbild eher einer ärmlichen Gegend, kritisiert sie: "Es fehlen sichere Gehsteige, was besonders für Familien mit Kinderwagen äußerst problematisch ist. Fußgänger müssen entweder unbefestigte, teils von Fahrzeugen und Mülltonnen verstellte, Schotter- oder Erdwege nutzen oder auf der Straße zwischen den Autos gehen. Das ist unzumutbar!"

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"Extrem gefährlich!"

Teilweise sei der Weg sogar abschüssig. Bei der Straße handelt es sich um keine Vorrangstraße, auf Rechtskommende werde jedoch wenig geachtet – ebenso wenig auf die Geschwindigkeitsbeschränkung von 30 km/h. Für Lisa F. ist die Situation mittlerweile untragbar: "Es ist extrem gefährlich, vor allem nachts und bei schlechtem Wetter." Unfälle habe es bereits mehrere gegeben. "Ich würde mir zumindest auf einer Seite einen sicheren Gehsteig wünschen!"

"Fahre nur mehr mit dem Auto"

Sehr oft habe sie sich geärgert, noch öfter an die Stadt Wien geschrieben. Passiert ist bislang nichts. "Es interessiert niemanden", klagt die Anrainerin. Mit dem Kinderwagen traut sie sich gar nicht mehr in die Straße. Wer einen Rollstuhl oder Rollator habe, hätte hier sowieso keine Chance. Den Weg zum Kindergarten, der drei Minuten entfernt ist, legt Lisa F. nun ausschließlich mit dem Auto zurück, zu gefährlich sei der Weg für die Kinder. "Ich würde gerne mehr in der Gegend spazieren gehen, aber das Risiko ist zu hoch!"

Anrainer müssten Gehsteig selbst bezahlen

"Es würde mehr polizeiliche Kontrollen brauchen, um Verkehrsrowdys das Handwerk zu legen", erklärt Bezirksvorsteher Ernst Nevrivy (SPÖ) auf "Heute"-Anfrage. "Was oft beim Verlangen nach Gehsteigen vergessen wird: Diese müssen immer von den jeweiligen AnrainerInnen auf eigene Kosten errichtet werden. Diese Verpflichtung wird von der Stadt aber gestundet, solange dort kein Straßenausbau stattfindet und der technische Zustand der Straße rechtfertigt aktuell keinen Ausbau."

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