Die umstrittene Kahlenberg-Seilbahn ist noch lange nicht auf Schiene. Nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs muss nun die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22) prüfen, ob für das rund 70 Millionen Euro teure Projekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig ist.
Bevor die sogenannte Einzelfallprüfung abgeschlossen werden kann, muss der Projektbetreiber allerdings weitere Unterlagen vorlegen. Diese sollen unter anderem zeigen, welche Auswirkungen die geplante Seilbahn auf das Landschaftsschutzgebiet Döbling und den Biosphärenpark Wienerwald haben könnte.
Die Betreiberfirma Genial Tourismus- und Projektentwicklung GmbH sieht darin kein Problem. Auf Anfrage von Radio Wien erklärte das Unternehmen, die geforderten Unterlagen würden bereits vorliegen und sollen in den kommenden Tagen bei der Behörde eingereicht werden.
Die geplante Seilbahn würde von Heiligenstadt bis auf den Kahlenberg führen. Dazwischen sind zwei weitere Stationen auf der Donauinsel und in Strebersdorf vorgesehen. Insgesamt soll die Strecke 5,6 Kilometer lang sein. Die Fahrzeit würde laut den Projektplänen rund 20 Minuten betragen.
Befürworter sehen in der Seilbahn eine neue Tourismusattraktion und eine zusätzliche Verbindung auf den Wiener Hausberg. Kritiker befürchten hingegen Eingriffe in sensible Natur- und Erholungsräume. Genau diese Auswirkungen sollen nun genauer untersucht werden.
Schon bisher war das Projekt immer wieder Gegenstand von Gerichtsverfahren. Mehrere Umweltorganisationen und Anrainer hatten Einwände gegen die Pläne erhoben. Der Verwaltungsgerichtshof stellte daraufhin klar, dass die Umweltfrage genauer geprüft werden muss.
Ob die Gondeln eines Tages tatsächlich von Heiligenstadt über die Donauinsel und Strebersdorf auf den Kahlenberg schweben, hängt nun vor allem von den Ergebnissen der Umweltprüfung ab.