Drogen-Hotspot

"Farce", "schönreden": Kritik nach Jedmayer-Versammlung

Nach der Anrainerversammlung rund um die Drogenberatungsstelle und die Probleme bei der U6 Gumpendorfer Straße hagelt es Kritik von FPÖ und ÖVP.
Wien Heute
03.06.2026, 14:46
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Die Situation rund um das Jedmayer-Haus und die U6-Station Gumpendorfer Straße sorgt weiter für politischen Wirbel. Mehr als 100 Anrainer kamen zur lange geforderten Informations- und Dialogveranstaltung. Thema waren Drogenhandel, Vermüllung, aggressives Verhalten und das Sicherheitsgefühl im Grätzel.

Die FPÖ Mariahilf zeigt sich nach der Veranstaltung empört. Statt einer offenen Diskussion mit politisch Verantwortlichen habe es nur einen Stationsbetrieb mit Sozialarbeitern, Projektverantwortlichen, Polizei und Vertretern der Stadt Wien gegeben.

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FPÖ: "Lautes, wirres Durcheinander"

"Die erneute Jedmayer-Versammlung war nichts als eine Farce. Offenbar wollte man verhindern, dass die SPÖ in die Verlegenheit kommt, sich kritischen Fragen der Bürger stellen zu müssen. Stattdessen gab es ein lautes, wirres Durcheinander ohne Konzept und ohne klare Verantwortlichkeiten", kritisiert Lukas Korp, Klubobmann der FPÖ Mariahilf.

Auch das Maßnahmenpaket der Stadt stößt bei der FPÖ auf massive Ablehnung. "Das Maßnahmenpaket rund ums Jedmayer ist eine Farce. Seit 15 Jahren werden Anrainer gefrotzelt und hingehalten. Statt endlich dem Ganzen ein Ende zu setzen und das Jedmayer aus dem dicht besiedelten Wohngebiet an einen geeigneten Standort am Stadtrand zu verlegen, werden nun noch mehr Sozialarbeiter eingesetzt, die auf Kosten der Steuerzahler durch die Gegend spazieren gehen", so Korp.

„Handerlhalten mit Junkies lautet offenbar das große Konzept der SPÖ Wien“
Leo LugnerFPÖ-Gemeinderat Leo Lugner

Und FPÖ-Gemeinderat Leo Lugner legt nach: "Handerlhalten mit Junkies lautet offenbar das große Konzept der SPÖ Wien. Während die Anrainer mit Drogenhandel, Vermüllung, aggressivem Verhalten und einem massiven Verlust an Lebensqualität leben müssen, setzt die Stadt weiterhin auf Symbolpolitik statt auf wirksame Maßnahmen. Suchtkoordinator Ewald Lochner ist handlungsunfähig und agiert orientierungsloser als manche Suchtabhängige."

Die Menschen in Mariahilf würden sich keine weiteren Gesprächskreise, Informationsstände oder PR-Veranstaltungen, sondern endlich wirksame Maßnahmen wünschen, so Lugner. Die FPÖ Mariahilf werde weiterhin an der Seite der Anrainer stehen und sich für eine nachhaltige Lösung der Probleme rund um das Jedmayer einsetzen, verspricht er.

ÖVP ortet "hohen Leidensdruck im Grätzel"

Auch die ÖVP Mariahilf übt scharfe Kritik. Bezirksparteiobmann Gerhard Hammerer verweist auf das große Interesse an der Versammlung. "Das enorme Interesse zeigt, wie groß der Leidensdruck im Grätzel mittlerweile ist", betont Hammerer.

Positiv bewertet die ÖVP erste Schritte wie die Umzäunung des Fritz-Imhoff-Parks und die neue polizeiliche Schutzzone. "Diese Maßnahmen sind wichtig. Sie wurden aber erst möglich, weil Anrainer und ÖVP über Jahre Druck gemacht haben", so Hammerer.

Kritik an Sucht- und Drogenkoordinator

Scharf kritisiert Hammerer den Auftritt der Sucht- und Drogenkoordination. "Statt die Realität anzuerkennen, wurde die Situation erneut schöngeredet. Koordinator Ewald Lochner verweist auf 46 Einrichtungen in Wien, verschweigt aber die massive Konzentration rund um den Jedmayer. Wer diese Belastung leugnet, kann sie auch nicht lösen", so Hammerer.

Besonders stößt sich die ÖVP an der Aussage, man wolle den Drogenhandel "in Bewegung halten". "Das ist keine Strategie, sondern ein Eingeständnis der Hilflosigkeit. Die Menschen im Grätzel brauchen keine bewegten Probleme, sondern endlich echte Entlastung."

ÖVP fordert Taten statt Worte

Auch Forderungen wie Alkoholverbot, Videoüberwachung, Konsumräume sowie Änderungen bei der Substitution seien aus Sicht der ÖVP nicht ausreichend ernst genommen worden. "Es fehlt weiterhin ein klarer Plan und der politische Wille der SPÖ-Neos Stadtregierung, die Last endlich fairer über Wien zu verteilen. Die Sucht und Drogenkoordination soll nicht weiter evaluieren, relativieren und beschwichtigen, sondern endlich handeln", so Hammerer abschließend.

{title && {title} } red, {title && {title} } 03.06.2026, 14:46
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