Experte für Maßnahmenpaket

Drogenkoordinator: "Jedmayer-Umzug nicht zielführend!"

Die Verlegung des Suchthilfezentrums ist für Wiens Sucht- und Drogenkoordinator Ewald Lochner "Geldverschwendung". Er befürwortet eine Schutzzone.
Yvonne Mresch
03.05.2026, 11:04
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Die Situation rund um das Suchthilfezentrum Jedmayer sorgt seit geraumer Zeit für hitzige Debatten. Drogenkonsum und Vandalismus rufen zahlreiche Beschwerden aus der Bevölkerung hervor. Nun präsentierten Stadt und Polizei ein Maßnahmenpaket, darunter eine Schutzzone rund um den Fritz-Imhoff-Park, "Heute" berichtete.

FP fordert Verlegung des Zentrums

Eine andere Idee kommt von den Wiener Freiheitlichen: Sie fordern die Verlegung der Einrichtung an den Stadtrand, in ein "geeignetes Gewerbegebiet mit entsprechender Infrastruktur und ausreichend Freiflächen". Im Wohngebiet sei der Standort nicht tragbar, wir berichteten.

Dieser Idee kann Wiens Sucht- und Drogenkoordinator Ewald Lochner nichts abgewinnen. "Eine Verlegung ist nicht zielführend und reine Geldverschwendung", ärgert er sich im Gespräch mit "Heute". "Am Stadtrand werden diese Angebote nicht angenommen. Die Menschen sind an Verkehrsknotenpunkten." Zudem sei das Jedmayer nicht die einzige derartige Einrichtung, so der Experte: "Das wurde fälschlich kommuniziert. Wir haben in Wien 35 Einrichtungen mit den fast gleichen Angeboten und psychosozialer Versorgung."

Lochner für Maßnahmenpaket

Lochner befürwortet das Maßnahmenpaket der Stadt, um das Problem der Handelsszene am Gürtel anzugehen. "Diese Szene hat sich manifestiert und zieht andere Probleme nach sich. Es wird Klientel angezogen, das schnell etwas kaufen oder verkaufen will, aber von den Leistungen des Jedmayer gar nichts in Anspruch nimmt." Mit den nun präsentierten Maßnahmen wolle man dem einen Riegel vorschieben, da ein Aufenthalt dort nicht mehr möglich sei.

Ziel sei es auch, Patienten, die ihre Substitution nicht in der Form einnehmen, wie sie das tun sollen, flächendeckend über Wien besser zu versorgen. "Wenn Patienten beim Handel mit illegalen Substanzen erwischt werden, erfolgt eine schnelle Übermittlung an die Gesundheitsbehörde, die wiederum Kontakt mit dem Arzt aufnimmt."

Apell an den Bund

Den Drogenkonsum in einer Großstadt gänzlich auf Null zu setzen sei sowieso nicht möglich, so Lochner. Aber man wolle die Handelsszene in Bewegung halten. Dafür brauche man auch die Hilfe von Bund und Bundesländern: "Wiener Suchtkranke sind gut wohnversorgt und nicht gezwungen öffentlich zu konsumieren", erklärt der Koordinator. "Hier hoffen wir auf Kooperation."

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