Rund 14.000 Wiener Wohnungen werden auf Airbnb dauerhaft als Tourismus-Appartements genutzt und somit dem regulären Wohnungsmarkt entzogen. Die Wiener Grünen sprechen von einem "Wohnraub im großen Stil".
So werden etwa in einem Gebäude am Franz-Josefs-Kai 39 (Wien-Innere Stadt) von rund 28 Wohnungen sechs seit etwa drei Jahren über Airbnb vermietet – "Heute" berichtete. Der Sprecher des Verbands der Apartmentvermieter (VDAV), Marcel Wegscheider, hält dagegen: "Nicht jedes Airbnb ist Wohnraum."
Laut ihm liegt die Kurzzeitvermietung – ohne gewerbliche Einheiten, Hotels und Home-Sharing – bei lediglich rund 0,3 Prozent des Wiener Wohnungsbestands. Allerdings werden auch ganze Wohnhäuser renoviert und in Beherbergungsbetriebe umgewandelt. Allein 2025 leitete die Baupolizei 305 Verfahren zur Umwandlung in Tourismusappartements ein – 132 dieser Fälle sind bereits bewilligt.
Die Wiener Grünen wollen Kurzzeitvermietung über Plattformen wie Airbnb den Kampf ansagen und haben daher eine Petition gestartet. Ziel ist es, die Umwandlung von Wohnungen in Tourismus-Appartements einzudämmen und mehr Wohnraum für Wiener zu sichern.
"Wir müssen die Spekulation stoppen und den Wiener:innen ihre Wohnungen zurückgeben. Deshalb laden wir alle ein, gemeinsam mit einer Petition Druck auf die Stadtregierung aufzubauen. Wohnungen sind keine Hotelzimmer, das muss unmissverständlich klargestellt werden", fordert die Grüne Parteivorsitzende Judith Pühringer.
Eine von Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) angekündigte Registrierungspflicht für Vermieter wird von den Grünen zwar begrüßt, reiche aber nicht aus: "Das Register wird der Baupolizei helfen, effizienter gegen illegale Kurzzeitvermietung vorzugehen. Gegen die wachsende Zahl an legal zweckentfremdeten Wohnungen wird das Register allerdings nicht im Geringsten helfen", kritisiert der Grüne Wohnbausprecher Georg Prack.
Laut den Grünen gibt es etwa in der Josefstadt mittlerweile mehr Tourismus-Appartements als Wohnungen. "Die bisherigen Versuche, Airbnb & Co einzudämmen, schützen die Wiener:innen nicht ausreichend vor Wohnraub. Die Gesetzeslücke, die die Umwandlung von Wohnungen in Beherbergungsstätten ermöglicht, muss unverzüglich repariert werden, bevor weitere Wohnungen für immer verloren gehen", so Pühringer und Prack.
Mit der Petition verlangen die Grünen unter anderem ein Ende von Ausnahmebewilligungen für Kurzzeitvermietung – sowohl innerhalb als auch außerhalb von Wohnzonen. Neue Tourismus-Appartements sollen grundsätzlich nicht mehr genehmigt werden.
Bestehende Ausnahmebewilligungen sollen nach Ablauf nicht verlängert werden. Gleichzeitig soll es weiterhin möglich bleiben, Wohnungen bis zu 90 Tage pro Jahr vorübergehend zu vermieten, ohne den Wohnsitz aufzugeben.
Zudem fordern die Grünen eine klare gesetzliche Regelung: Wohnungen sollen künftig nicht mehr in Beherbergungsstätten umgewandelt werden dürfen – außer, dies ist ausdrücklich in den Bebauungsbestimmungen vorgesehen.