Die Stadt Wien wollte die teils überschießenden Kurzzeitvermietungen eindämmen. Seit 1. Juli 2024 gelten daher Einschränkungen: In Wohnzonen ist die regelmäßige Zurverfügungstellung von Räumen für kurzfristige Beherbergungszwecke komplett verboten.
Davon ausgenommen sind allerdings 90 Tage pro Kalenderjahr – ohne dauerhafte Aufgabe des Wohnsitzes. Wohnungen außerhalb einer Wohnzone dürfen nur mit einer maximal fünf Jahre befristeten Ausnahmebewilligung angeboten werden. Doch nun scheint es eine neue Masche zu geben, wie (gewerbliche) Vermieter die strengen Regelungen umgehen können.
Ganze Häuser werden nun einfach zu Beherbergungsstätten umgewidmet, kritisieren die Wiener Grünen. Als Beispiel wird das Haus in der Thaliastraße 130 (Wien-Ottakring) genannt. Das Gebäude wird derzeit renoviert – und gleichzeitig umgewidmet, wie der ORF berichtet.
Demnach wurden im vergangenen Jahr 305 Anträge gestellt, bestehende Gebäude in Beherbergungsstätten – also in eine Art "Airbnb-Hotel" umzuwidmen. 132 dieser Anträge sind laut Angaben der Baupolizei bereits durch – unter bestimmten gesetzlichen Voraussetzungen müssen die Anträge bewilligt werden.
Die Wiener Grünen befürchten nun, dass viele dieser Wohnungen auf Kurzzeitvermietungs-Plattformen landen: "Viele suchen eine leistbare Wohnung, und hier werden eigentlich Wohnungen dem Markt entzogen. Also eigentlich kann man hier von 'Wohnungsraub' sprechen", meinte die Parteivorsitzende der Wiener Grünen, Judith Pühringer, dazu im "Wien heute"-Interview.
Die Grünen fordern daher ein Nachschärfen der Bauordnungsnovelle – Beherbergungsbetriebe sollen über den Flächenwidmungsplan und damit durch einen Beschluss im Gemeinderat geregelt werden, was die Umsetzung naturgemäß erschweren würde.
Wie groß das Phänomen der Kurzzeitvermietungen ist, zeigt eine Auswertung von "Inside Airbnb". Laut dem Aufklärungsprojekt zu den Auswirkungen von Airbnb auf den Wohnraum sind derzeit in Wien über 14.000 Wohnungen gelistet. Der Großteil der Wohnungen wird in den Innenbezirken angeboten.