Wie berichtet, will Wien ab 1. Jänner 2027 sämtliche Altkleidercontainer auf öffentlichem Grund verbieten. Grund dafür sind vermüllte Gehsteige, herumliegende Kleidung und laufende Beschwerden aus der Bevölkerung. Für die Stadt ist klar: Die Boxen sollen weg.
Doch von einem großen Betreiber kommt heftiger Gegenwind. Das Recycling-Unternehmen ÖPULA kündigt an: Die Container sollen trotz des angekündigten Verbots nicht einfach verschwinden.
Geschäftsführender Gesellschafter Kurt Willheim zeigt sich wenig beeindruckt von der Ankündigung. Man habe zwar seit Längerem gewusst, dass eine neue Verordnung kommen soll, konkrete Details habe es bisher aber nicht gegeben. Dass alle Container ab 2027 entfernt werden müssen, glaubt er nicht.
Der Grund für den Widerstand: Laut ÖPULA bestehen für die eigenen Standorte gültige Bewilligungen der Stadt – teilweise mit Laufzeiten von bis zu zehn Jahren. Diese würden bis ins Jahr 2035 reichen. Die Stadt Wien hält dagegen: "Mit der präsentierten Neuregelung werden über 2026 hinauslaufende Genehmigungen widerrufen", heißt es auf "Heute"-Nachfrage.
Allein ÖPULA betreibt nach eigenen Angaben rund 1.500 Container in Wien. Entsprechend kritisch sieht Geschäftsführer Kurt Willheim die angekündigte Maßnahme: "Nur weil die Stadt ein Problem nicht in den Griff bekommt, kann es nicht sein, dass private Betreiber dafür herhalten müssen."
Angebote wie Sammelstellen der Caritas, des Hilfswerks oder die Mistplätze der Stadt seien zwar eine Alternative, könnten die bisherigen Mengen jedoch kapazitätsmäßig kaum auffangen, meint Willheim.
"Wien wäre die einzige Stadt in ganz Europa, wo so etwas verboten wäre", erklärt der Unternehmer. Zwar erkenne man das Problem mit Müll und Verschmutzung rund um manche Standorte an, doch man arbeite bereits aktiv dagegen.
ÖPULA verweist auf einen eigenen Räumdienst. Sobald eine Meldung von der Stadt eingehe, werde herumliegende Kleidung oder Müll innerhalb von 24 Stunden beseitigt. Damit widerspricht das Unternehmen indirekt dem Vorwurf der Stadt, die Betreiber wären bisher ihrer Verantwortung nicht nachgekommen.
Bei der Verwertung will ÖPULA ein Zeichen setzen. Die gesammelten Textilien würden in europäische Sortierwerke gebracht. Gut erhaltene Kleidung werde weiterverwendet und dorthin gebracht, "wo sie benötigt wird" – laut Unternehmen auch nach Afrika oder Indien. Nicht mehr tragbare Ware werde zu Putzlappen verarbeitet. Willheim betont: "Also völliges Recycling."