Nach dem großen Strauss-Jahr zieht Wien Bilanz – und schaut gleichzeitig nach vorne. Rund 400.000 Besucher kamen zu "Johann Strauss 2025 Wien". Jetzt startet die Stadt eine neue Forschungsplattform, die sich mit Strauss und der Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts beschäftigt.
Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) betont am Mittwoch: "Wien ist ein Ort, an dem Kunst, Kultur und Wissenschaft seit jeher eng miteinander verbunden sind. Genau daran knüpfen wir an. Mit Johann Strauss 2025 Wien hat die Stadt ihr musikalisches Erbe in die Gegenwart geholt, mit der neuen Forschungsplattform setzen wir diesen Weg fort."
Gemeinsam mit mehreren Universitäten und Forschungseinrichtungen will Wien künftig gezielt Wissen bündeln. Ziel ist es, Strauss und die Wiener Musiktradition wissenschaftlich aufzuarbeiten und für kommende Generationen zugänglich zu machen.
Auch Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler unterstreicht die Bedeutung: "Wien ist nicht nur Kulturhauptstadt, sondern auch Musikhauptstadt – Musik gehört zur DNA Wiens.” Die neue Plattform sei „ein wichtiger, konsequenter Schritt”, um junge Menschen für Musik und Forschung zu begeistern.
Das Jubiläumsjahr selbst war ein voller Erfolg, wie die Stadt betont: 404 Aufführungen, 80 Projekte und Veranstaltungen in allen 23 Bezirken zeigten, wie lebendig das musikalische Erbe der Stadt ist. Intendant Roland Geyer sagt dazu: "Die Stadt Wien hat mit diesem Festjahr den Rahmen geschaffen, in dem Johann Strauss neu gehört, neu gespielt und neu befragt werden konnte."
Ab Herbst 2026 sollen erste Forschungsstipendien starten, später ist eine dauerhafte Forschungsgruppe geplant. Damit will Wien seine Rolle als internationaler Standort für Musikforschung weiter ausbauen.
Auch die beteiligten Institutionen zeigen sich überzeugt: "Das Strauss-Jahr 2025 hat gezeigt, wie vielfältig und fruchtbar die künstlerische, wissenschaftliche und performative Beschäftigung mit Leben und Werk von Johann Strauss Sohn im Kontext aktueller Fragestellungen, Themen und Diskurse ist."
Unterstützung kommt auch vom Wiener Institut für Strauss-Forschung. Präsident Eduard Strauss sagt: "Das Wiener Institut für Strauss-Forschung begrüßt, dass sich so gewichtige Institutionen der Strauss- und Unterhaltungsmusik des 19. Jahrhunderts, diesem für Wien und darüber hinaus so bedeutenden Forschungsfeld widmen und es wissenschaftlich erschließen."