Die Hitzewelle bringt Wiens Schulen an ihre Grenzen. Laut einer Erhebung der Personalvertretung der Pflichtschullehrer gingen seit Montag mehr als 350 Temperaturmeldungen aus Wiener Schulen ein.
Die Ergebnisse sind alarmierend: In einzelnen Klassenräumen wurden Temperaturen von bis zu 39 Grad gemessen. Auch der Wiener Felix Stadler (31) – er ist seit acht Lehrer und zudem Grüner Gemeinderat und Bildungssprecher – ließ in einem Instagram-Posting Dampf zum Hitze-Thema ab.
"Es ist 7.25 Uhr und im Klassenzimmer hat es gmiatliche 31 Grad. Das ist absolut insane. Bei diesen Temperaturen und in der ersten Unterrichtsstunde kann sich kein Schüler und keine Schülerin ordentlich konzentrieren. Und kein Lehrer, keine Lehrerin kann hier ordentlich unterrichten. In fünf, sechs Stunden hat's hier über 35 Grad", so Stadler, der an einer Neuen Mittelschule in der Leopoldstadt Mathematik unterrichtet.
Ein großes Problem sind laut der Lehrer-Personalvertreterin Melanie Rössler (FSG) zudem fehlende Beschattungsmöglichkeiten. So erreichte etwa den ORF eine Meldung aus der Mittelschule in der Glasergasse (Wien-Alsergrund). Demnach wurden am Dienstag von Seiten der Stadt ohne Vorinformation die Vorhänge im Schulgebäude abgenommen.
Auch Felix Stadler kritisiert die fehlenden Beschattungsmaßnahmen: "Ich verstehe, dass nicht jede Schule gleich morgen eine Klimaanlage haben kann. Aber wir könnten auch an Wiener Schulen ein paar Quick-Wins machen: Ordentliche Außenjalousien, Hitzefolien auf den Fenstern oder auch erlauben, dass Schulen über Nacht – zumindest im 2. und 3. Stock – die Fenster aufhaben können. Wir müssen unsere Schulen endlich hitzeresistent machen!"
Laut Melanie Rössler braucht es auch längerfristige Maßnahmen – denn Hitzewellen werden sich in den kommenden Jahren möglicherweise immer weiter nach vorne verlegen: "Das müssten langfristige Projekte sein, die müssten aber spätestens jetzt beginnen“, so Rössler zum ORF.