"Die Kinder kommen zu Mittag völlig erschöpft aus der Schule, durchnässt vom Schwitzen und komplett fertig aufgrund der starken Hitze im Klassenzimmer", so eine Mutter zu "Heute". Sie kaufte auf eigene Kosten zwei Standventilatoren, "aber die können die heiße Luft auch nur verteilen", so die Donaustädterin.
Auch andere Eltern beklagen die Situation, Schulalltag sei "kaum mehr zumutbar", so der Tenor. Die Kinder würden teilweise "richtig verwirrt" wirken. "So habe ich meinen Sohn noch nie gesehen", erzählt eine betroffene Mutter.
Das Problem hier ist nicht neu; vergangenen September ergab die Messung einer Lehrerin 37 Grad (!) in einer Klasse – "Heute" berichtete. Damals wurde durch die MA56 eine Sondergenehmigung zur Nachtlüftung erteilt.
Bei einer Begehung diese Woche auf Wunsch der Schulleitung wurden "erhöhte Raumtemperaturen festgestellt", so die MA56. Gleichzeitig wurden "jedoch geschlossene Fenster und nicht genutzte Außenjalousien vorgefunden. Da die Außentemperatur zu diesem Zeitpunkt niedriger als jene im Klassenraum war, wurde auf die konsequente Nutzung von Lüftungs- und Beschattungsmöglichkeiten hingewiesen", so die Sprecherin der MA56.
Unabhängig davon würden aber weitere Maßnahmen zur Hitzereduktion geprüft, darunter UV-Schutzfolien und bauliche Anpassungen zur Verbesserung der Lüftung. Ein weiterer Lokalaugenschein mit den zuständigen Fachdienststellen und der Schulleitung sei bereits vorgesehen, heißt es.
„Die Möglichkeiten zur Nachrüstung bestehender Gebäude sind jedoch oftmals durch bautechnische, finanzielle und ökologische Rahmenbedingungen begrenzt“MA56-Sprecherinzu "Heute"
Generell würden Maßnahmen zur Hitzeminderung stets standortspezifisch geprüft und umgesetzt. "Die Möglichkeiten zur Nachrüstung bestehender Gebäude sind jedoch oftmals durch bautechnische, finanzielle und ökologische Rahmenbedingungen begrenzt", beschreibt die Sprecherin ein grundsätzliches Problem.
Bei Neu- und Zubauten sowie den meisten Sanierungen würden nachhaltige Lösungen für den sommerlichen Wärmeschutz – etwa außenliegende Beschattung, Begrünung sowie moderne Temperierungssysteme – bereits standardmäßig berücksichtigt, betont die MA56.
"Es geht hier nicht um Komfort, sondern um Gesundheitsschutz. Wer bei Temperaturen von weit über 30 Grad in Klassenräumen keine raschen Maßnahmen setzt, nimmt Konzentrationsprobleme, Erschöpfung und gesundheitliche Belastungen billigend in Kauf", so FPÖ-Klubchef und Bildungssprecher Maximilian Krauss.
Er fordert "wirksame Sofortmaßnahmen". Und: "Dort, wo ein Anschluss an die Fernkälte möglich ist, müssen die notwendigen Schritte rasch eingeleitet werden. An Standorten, an denen dies kurzfristig nicht umsetzbar ist, sind Klimageräte als Übergangslösung bereitzustellen."