Während draußen der Sommer erst anläuft, geraten viele Klassenzimmer bereits jetzt zur Hitzefalle. Schüler und Lehrer schlagen Alarm: Temperaturen von mehr als 30 Grad seien keine Seltenheit mehr – mit spürbaren Folgen für Konzentration, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.
"Das ist eine Zumutung", kritisiert der steirische Lehrervertreter Florian Gollowitsch in der "Kleinen Zeitung". Besonders betroffen seien die Kinder. In manchen Klassenräumen würden schon am Morgen Temperaturen von über 27 Grad gemessen. An konzentrierten Unterricht sei unter solchen Bedingungen oft kaum mehr zu denken.
Das Problem verschärft sich nach Einschätzung von Experten seit Jahren. Hitzetage mit mehr als 30 Grad treten mittlerweile nicht mehr nur in den Sommerferien auf, sondern zunehmend auch im Mai, Juni und September. Viele Schulgebäude seien darauf nicht ausgelegt.
Auch aus Sicht der Schüler wächst der Frust. Der steirische AHS-Landesschulsprecher Wendelin Krammer verweist auf fehlende Beschattung und große Glasflächen in vielen Schulen. Oft würden kleine Tischventilatoren eingesetzt, um zumindest etwas Luftbewegung in die Klassen zu bringen.
Umweltmedizinerin Daniela Haluza von der MedUni Wien warnt vor den Auswirkungen hoher Raumtemperaturen. Bereits ab 27 Grad könne die geistige Leistungsfähigkeit deutlich sinken. Bei Temperaturen über 30 Grad falle die Konzentrationsleistung noch stärker ab. Kinder seien davon besonders betroffen.
Schüler, Lehrer und Experten fordern nun rasche Maßnahmen. Genannt werden unter anderem Beschattungssysteme, Begrünungen, bessere Kühlung und die Verlegung von Prüfungen in die kühleren Morgenstunden. Für viele Betroffene steht fest: Österreichs Schulen müssen dringend hitzefit werden.