30 Grad im Klassenraum

Hitze-Alarm an Schulen: 88 Prozent fühlen sich belastet

Die Temperaturen in den Klassenzimmern werden für viele Schüler und Lehrer zur Belastungsprobe. Heuer gab es den ersten Hitzerekord bereits Ende Mai.
Wien Heute
02.06.2026, 15:28
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Die steigenden Temperaturen in Österreichs Schulen werden für viele zunehmend zum Problem. Das zeigt eine aktuelle Befragung im Rahmen des Projekts "Climate Ready Schools". Mehr als 1.500 Personen nahmen daran teil – das Ergebnis ist eindeutig: 88 Prozent empfinden die Hitze im Schulalltag als belastend.

Müdigkeit, Kopfschmerzen und Co.

Besonders häufig klagen Betroffene über gesundheitliche und mentale Auswirkungen, wie ORF Wien berichtete. Rund drei Viertel der Befragten berichteten von Konzentrationsproblemen sowie Müdigkeit und Erschöpfung. Mehr als die Hälfte leidet laut Umfrage unter Kopfschmerzen. Auch dem Unterricht zu folgen fällt vielen schwer: 66 Prozent gaben an, bei hohen Temperaturen nicht mehr richtig mitzukommen.

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Hinter der Studie stehen das Austrian Institute of Technology (AIT) und die Technische Universität Wien. Untersucht wird dabei, wie Hitze in Schulen wahrgenommen wird, welche Folgen sie für das Lernen hat und welche Gegenmaßnahmen möglich sind.

Fast alle sehen Handlungsbedarf

Die Ergebnisse zeigen auch einen klaren Wunsch nach Veränderungen. 91 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass Schulen stärker gegen Hitze vorgehen sollten. Besonders deutlich fällt die Einschätzung für den Juni aus: 97 Prozent erklärten, dass es in diesem Monat zumindest eine Woche lang zu heiß in der Schule sei.

Hitze vor allem im Juni und September

Der Klimaforscher Martin Schneider warnt davor, das Problem auf die lange Bank zu schieben. "Wir sollten jetzt schon beginnen, Schulen hitzeresilient zu machen", betonte Schneider im APA-Gespräch.

Nach seinen Angaben hat sich die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad in Wien seit der Klimaperiode 1961 bis 1990 von zehn auf 30 pro Jahr erhöht. Auch Tage mit mehr als 25 Grad seien deutlich häufiger geworden. Besonders auffällig sei, dass sich die Hitze inzwischen zunehmend auf die Schulmonate Juni und September auswirke.

Über 27 Grad im Klassenzimmer

Um die Situation genauer zu erfassen, werden an mehreren Schulen Temperatur und Luftfeuchtigkeit wissenschaftlich gemessen. Zusätzlich dokumentieren Schülerinnen und Schüler ihren Schulalltag detailliert. Erfasst wird etwa, wann gelüftet wird, wie die Beschattung funktioniert oder wie die persönliche Wahrnehmung der Raumtemperatur ausfällt.

Erste Messungen an Schulen in Wien und Niederösterreich lieferten bereits deutliche Ergebnisse. In mehreren Klassenräumen lagen die Temperaturen an zahlreichen Tagen über 27 Grad. Der Großteil der Unterrichtszeit im Juni wurde als "nicht behaglich" eingestuft. Aktuell laufen weitere Untersuchungen. Einen ersten Hitzerekord gab es dabei bereits Ende Mai. "Am 26. Mai hatten wir den ersten 30er im Klassenraum", so Schneider.

Stadt oder Land? Kein klarer Unterschied

Entgegen mancher Erwartungen konnten die Forschenden bislang keinen wesentlichen Unterschied zwischen Schulen in Städten und auf dem Land feststellen. Zwar kühlen Gebäude in ländlichen Regionen nachts oft stärker aus, gleichzeitig profitieren städtische Schulen teilweise von zusätzlicher Verschattung durch umliegende Gebäude.

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Expertin warnt vor Gesundheitsrisiken

Besonders betroffen sind laut Fachleuten Kinder und Jugendliche. Die Umweltmedizinerin Daniela Haluza verweist auf die erhöhte Empfindlichkeit junger Menschen gegenüber hohen Temperaturen.

"Junge Menschen reagieren besonders empfindlich auf Hitzebelastung, weil sie schneller Flüssigkeit verlieren und ihr Körper schlechter abkühlt im Vergleich zu Erwachsenen. Hitze in Schulen ist daher kein Komfortproblem, sondern ein evidenzbasiertes Gesundheits- und Bildungsrisiko", warnte die Umweltmedizinerin Daniela Haluza.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.06.2026, 15:28
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