Wiener Bildungsdirektorin

Hitze an Schulen – Sommerferien vorverlegen "denkbar"

Die Hitzewelle bringt auch die Debatte über den Schulbetrieb ins Rollen. Wiens Bildungsdirektorin kann sich frühere Sommerferien vorstellen.
Wien Heute
29.06.2026, 07:58
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Die anhaltenden hohen Temperaturen beschäftigen auch die Wiener Schulen. Laut Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs gibt es derzeit keine rechtliche Möglichkeit für hitzefrei. Deshalb habe die Bildungsdirektion empfohlen, den Unterricht an den letzten Schultagen flexibel zu gestalten, etwa durch Projekte, Ausflüge oder Unterricht im Freien, erklärt sie im "Wien Heute"-Interview.

Geld für große Umbauten fehlt

Langfristig seien jedoch bauliche Maßnahmen erforderlich. "Klimaanlagen sind nicht immer die einzige Lösung", erklärte Fuchs gegenüber ORF Wien. Sie verwies auf Beschattungen, begrünte Fassaden oder verbesserte nächtliche Kühlungsmöglichkeiten für Schulgebäude.

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"Das sind alles Dinge, die sich wahrscheinlich rascher umsetzen lassen, als überall Klimaanlagen einzubauen", so Fuchs. Für umfassende Umbauten fehle derzeit allerdings das Geld. Grundsätzlich könne sie sich auch eine Vorverlegung der Sommerferien vorstellen.

Fehlerhafte Zahlen

Die Wiener Bildungsdirektion räumte Interview außerdem ein, dass es bei den Vorgaben für die Besetzung von Lehrerstellen für das kommende Schuljahr zu Fehlern gekommen ist. Nach Angaben der Lehrergewerkschaft erhielten viele Schulleitungen erst verspätet Informationen darüber, wie viele Lehrkräfte sie tatsächlich einstellen dürfen. Zusätzlich seien die übermittelten Zahlen teilweise fehlerhaft gewesen.

Fuchs erklärte dazu: "Dafür möchte ich mich im Namen der Bildungsdirektion entschuldigen. Das tut uns sehr leid". Für die Schulen sei Planungssicherheit entscheidend, daher sollen die korrigierten Kontingente nun möglichst rasch bereitgestellt werden.

Bewerbungslage gut

Trotz der Panne sieht die Bildungsdirektorin den kommenden Schulstart positiv. Die Zahl der Bewerbungen habe sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert. "Wir haben doppelt so viele Bewerberinnen und Bewerber wie ausgeschriebene Stellen", sagt sie. Zwar würden sich viele Interessierte gleichzeitig auf mehrere Stellen bewerben, dennoch rechnet Fuchs mit einer Entspannung bei der Personalsituation.

Zukunft der multiprofessionellen Teams unklar

Unsicherheit herrscht hingegen bei den sogenannten multiprofessionellen Teams an Wiener Schulen. Diese wurden vor zwei Jahren an 52 Standorten mit besonderem Unterstützungsbedarf eingeführt und umfassen unter anderem Psychologinnen und Psychologen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie bei Bedarf Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten.

Ob das Projekt fortgesetzt wird, ist derzeit offen, da sich Bund und Stadt Wien bislang nicht auf eine Finanzierung einigen konnten. "Es wäre sehr schade, wenn die multiprofessionellen Teams nicht mehr an den Schulen arbeiten könnten", meinte Fuchs. Sollte keine Einigung zustande kommen, wolle die Bildungsdirektion versuchen, die betroffenen Schulen mit eigenen Schulpsychologen und Schulsozialarbeiterinnen zu unterstützen.

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