In Wien

240.000 Schüler starten – das ist heuer alles neu

Für rund 240.000 Kinder und Jugendliche beginnt in Wien wieder die Schule. Der Start bringt heuer einige Besonderheiten wie das Kopftuchverbot.
Wien Heute
07.09.2026, 05:30
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Die Sommerferien sind vorbei: Ab Montag, 7. September, drücken in Wien wieder rund 240.000 Kinder und Jugendliche an etwa 700 Schulstandorten die Schulbank. Besonders aufregend wird der Tag für rund 19.000 Schulanfänger, die erstmals mit Schultüte und Schultasche in ihre Volksschule marschieren.

Auch für rund 28.000 Lehrerinnen und Lehrer beginnt wieder der Unterrichtsalltag. Und ausgerechnet beim jahrelangen Sorgenkind Lehrermangel zeichnet sich zum Schulstart eine Entspannung ab. Erstmals seit Jahren gab es laut Bildungsstadträtin Bettina Emmerling (Neos) und Bildungsdirektorin Elisabeth Fuchs zu Schulbeginn mehr Bewerber als offene Lehrerstellen – "Heute" berichtete.

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Trendwende bei Lehrermangel

In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Probleme gegeben, sämtliche Stellen – darunter auch klassenführende Positionen – zu besetzen. Die Stadt spricht nun von einer möglichen Trendwende. Auch während des laufenden Schuljahres würden weiterhin Pädagogen aufgenommen.

Eine mögliche Verbesserung zeichnet sich auch bei Schülern mit mangelnden Deutschkenntnissen ab. Die Zahl der sogenannten außerordentlichen Schüler "dürfte sinken", erklärte Emmerling. Belastbare Zahlen soll es allerdings erst nach Schulbeginn geben.

Kopftuchverbot für Mädchen

Eine besonders kontrovers diskutierte Neuerung betrifft muslimische Schülerinnen. Mit Beginn des Schuljahres 2026/27 tritt das neue Kopftuchverbot für Schülerinnen bis zum 14. Geburtstag in Kraft. Betroffen sind öffentliche Schulen ebenso wie Privatschulen. Verboten ist ein Kopftuch, das das Haupt "nach islamischen Traditionen verhüllt".

Beim ersten Verstoß ist zunächst ein Gespräch der Schulleitung mit der Schülerin und ihren Eltern vorgesehen. Bei Wiederholungen wird die Schulbehörde eingeschaltet, später kann auch die Kinder- und Jugendhilfe informiert werden. Als letzte Konsequenz drohen den Erziehungsberechtigten Geldstrafen zwischen 150 und 800 Euro.

S-Bahn fällt zum Schulstart aus

Eine zusätzliche Herausforderung wartet auf Tausende Schüler, Eltern und Lehrer bereits auf dem Weg in die Schule. Ausgerechnet zum Schulbeginn ist die S-Bahn-Stammstrecke zwischen Praterstern und Hauptbahnhof gesperrt. Die Sperre dauert 14 Monate – bis Oktober 2027 sollen dort keine S-Bahnen fahren.

ÖBB und Wiener Linien versuchen, den zusätzlichen Fahrgastandrang mit einem umfangreichen Ersatzkonzept abzufangen. Zwischen Meidling und Längenfeldgasse fährt ein Shuttlebus. Gleichzeitig werden U-Bahn- und Straßenbahnintervalle verdichtet.

Sicherheit am Schulweg

Eine wichtige neue Ausweichroute ist zudem die verlängerte Straßenbahnlinie 18. Sie fährt seit 5. September über eine 3,1 Kilometer lange Neubaustrecke bis zur U2-Station Stadion und verbindet damit unter anderem Westbahnhof, Hauptbahnhof und den Prater.

Für Tausende Taferlklassler ist am Montag nicht nur das Klassenzimmer neu – viele legen erstmals regelmäßig ihren Schulweg zurück. Die Wiener Polizei verstärkt deshalb zu Schulbeginn ihre Präsenz rund um Schulen und auf stark frequentierten Schulwegen. Autofahrer werden aufgefordert, in Schulnähe besonders aufmerksam zu fahren, die Geschwindigkeit zu reduzieren und jederzeit mit plötzlich auf die Straße laufenden Kindern zu rechnen.

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