Der Ring-Radweg gehört zu den meistbefahrenen Radstrecken Wiens – doch Teile der in die Jahre gekommenen Strecke sorgen für Sicherheitsbedenken. Besonders an mehreren Kreuzungen sieht die Radlobby dringenden Handlungsbedarf. Bis zur geplanten kompletten Neugestaltung müssen sich Radfahrer allerdings noch gedulden.
Eine Problemstelle befindet sich etwa beim Burgtheater. In den vergangenen drei Jahren kam es dort laut ORF zu 13 Unfällen. Auch die Kreuzung mit der Johannesgasse wird von der Radlobby kritisch gesehen.
Vor allem die Führung von Auto- und Radverkehr müsse an solchen Stellen klarer geregelt werden. "Aktuell steht sozusagen die Ampel mitten am Weg", erklärt Valentin Eisendle, Sprecher der Radlobby. Eine Versetzung der Ampel und eine sichere Überfahrt könnten die Situation verbessern.
Der bestehende Ring-Radweg stammt in seiner heutigen Grundstruktur aus den 1980er-Jahren. Die Stadt will ihn nun Stück für Stück umfassend erneuern. Der Startschuss fällt am Schottenring.
Dort werden derzeit noch Wasserleitungen getauscht. Ab Oktober soll anschließend der Abschnitt vom Donaukanal bis zur Universität neugestaltet werden. Geplant sind dabei auch 900 Quadratmeter neue Grünflächen, zwölf zusätzliche Bäume und rund 60 neue Sitzgelegenheiten.
Danach geht es etappenweise weiter. Ab 2027 sollen Universitätsring, Parkring, Schubertring und Stubenring folgen. Die übrigen Abschnitte sollen anschließend erneuert werden. Bis 2030 soll der gesamte Ring-Radweg neugestaltet sein.
Der Radlobby dauert das angesichts der bestehenden Gefahrenstellen zu lange. Sie fordert deshalb zumindest provisorische Verbesserungen, bis die jeweiligen Abschnitte tatsächlich umgebaut werden. "Auch mit relativ wenig Geld könnten Problemstellen entschärft werden", so Eisendle.
Immerhin sind jährlich rund 1,5 Millionen Radfahrer auf dem Ring unterwegs. Wegen der monatelangen Sperre der S-Bahn-Stammstrecke rechnet die Radlobby zudem damit, dass die Zahl der Radler auf der Strecke weiter steigen könnte.
Doch eine schnelle bauliche Entschärfung der Problemstellen ist nicht vorgesehen. Bis zum jeweiligen Totalumbau soll es laut städtischer Mobilitätsagentur keine zusätzlichen baulichen Maßnahmen geben.
"Anschließend an den Schottenring werden ab 2027 der Universitäts-, Park-, Schubert- und Stubenring neu gestaltet. Daran anschließend die restlichen Abschnitte des Rings. Geplant ist eine komplette Fertigstellung innerhalb der laufenden Gesetzgebungsperiode", heißt es von der Mobilitätsagentur.