Belastungstest am Montag zum Schulbeginn für die Wiener Linien. Tausende Eltern, Schüler und Lehrer sind zurück aus den Ferien – der Schulbeginn am Montag wird auch wegen der S-Bahnsperre zum Belastungstest für die Wiener Linien. Denn zwischen Praterstern und Hauptbahnhof wird derzeit umgebaut. Dafür wird die S-Bahn-Stammstrecke in diesem Bereich für 14 Monate gesperrt. Bis Oktober 2027 fahren keine Züge.
Zwischen den Stationen Meidling und Längenfeldgasse wird ein Shuttlebus eingerichtet. Gleichzeitig reagieren die Wiener Linien mit dichteren Intervallen bei vier U-Bahn-Linien sowie mehreren Straßenbahnlinien. Gemeinsam mit den ÖBB und dem Österreichischen Institut für Raumplanung wurde dafür ein Verkehrskonzept entwickelt.
Ab 7. September werden mehrere Linien verstärkt. Die U1 fährt in Spitzenzeiten im 2-Minuten-20-Sekunden-Intervall, die U2 im 3-Minuten-20-Sekunden-Intervall. Die U4 soll alle drei Minuten unterwegs sein, spätestens nach 3,20 Minuten kommen. Die U6 fährt im dichten 2,40 Minuten Intervall. Zusätzlich soll ein Reservezug in der Morgenspitze für mehr Stabilität sorgen.
Auch bei den Straßenbahnen wird verdichtet. Die Linie O fährt während der S-Bahn-Stammstreckensperre ausschließlich mit Langfahrzeugen und wird im 5-Minuten-Intervall geführt. Die Linie 62 wird ebenfalls verdichtet und fährt im 7,5-Minuten-Intervall. Die Linie wird neu über den Matzleinsdorfer Platz und Hauptbahnhof bis Quartier Belvedere fahren.
Eine wichtige Rolle spielt auch die verlängerte Linie 18. Ab 5. September fährt der 18er auf einer 3,1 Kilometer langen Neubaustrecke durch den Prater bis zur U2-Station Stadion. Insgesamt wurden sieben neue Haltestellen errichtet.
Der 18er fährt künftig im 6-Minuten-Intervall von der U6 Burggasse-Stadthalle über Westbahnhof, Hauptbahnhof, St. Marx und U3 Schlachthausgasse durch den Prater bis zur U2-Station Stadion.
Damit entsteht eine neue Ost-West-Verbindung mit Umsteigemöglichkeiten zu fünf U-Bahn-Linien, der S-Bahn sowie zum Nah- und Fernverkehr. Fahrgäste können auf U1, U2, U3, U4 und U6 umsteigen. Während der S-Bahnsperre soll die Linie außerdem als großräumige Ausweichmöglichkeit im Osten Wiens dienen.
Mit der Verlängerung des 18ers wird auch das Busnetz rund um Stadion, Schlachthausgasse und Neu Marx neu geordnet. Die Linie 18 übernimmt die bisherige Strecke des 77A bis zur U2-Station Stadion. Der 77A fährt vom Rennweg über die Schlachthausgasse bis nach Neu Marx und übernimmt ab der Schlachthausgasse die bisherige Strecke des 80A. Die Strecke Rennweg-Neu Marx wird sieben Tage die Woche von ca. 05:00 - 00:30 Uhr vom 77A bedient.
Zwischen Lusthaus und Stadion fährt die neue Buslinie 78A. Der 80A ist ab 5. September in einem dichteren Intervall zwischen Praterstern und Schlachthausgasse unterwegs.
Die Linie O wurde zusätzlich als wichtige Ausweichroute beschleunigt. An der Kreuzung Landstraßer Gürtel/Fasangasse ging ein neues Ampelprogramm in Betrieb, das die Stehzeiten in beide Fahrtrichtungen reduzieren soll.
In der Radetzkystraße wurden Parkplatzmarkierungen teilweise erneuert, nachdem schlecht geparkte Fahrzeuge immer wieder Straßenbahnen behindert hatten. In der Ungargasse soll ein Parkverbot vor der Invalidenstraße verhindern, dass die Linie O durch Rückstau aufgehalten wird. Bisher verloren Straßenbahnen dort bis zu eineinhalb Minuten.
Auch in Währing werden die Intervalle ab 7. September kürzer. Die Linie 40 fährt von Montag bis Freitag untertags alle 7,5 Minuten statt bisher alle 10 Minuten. In der morgendlichen Stoßzeit kommt sie alle 6 Minuten statt bisher alle 7,5 Minuten. Der 41er fährt wochentags zur Stoßzeit alle 4 bis 5 Minuten. Bisher waren es 7,5 bis 10 Minuten. Untertags beträgt das Intervall künftig 6 bis 7,5 Minuten statt bisher 10 Minuten.
Ab 7. September ändern sich außerdem die Routen der Linien 2A und 3A. Die Linie 2A wird über die Innenstadt hinaus in den zweiten Bezirk verlängert und bindet künftig den Karmelitermarkt und den Augarten an. Der 3A übernimmt teilweise Stationen des 2A und soll das Wohngrätzl rund um die Seilerstätte besser anbinden. Von seiner bisherigen Route fährt er über den Schwarzenbergplatz bis zur neuen Endhaltestelle bei der Oper. Der 57A wird 2027 bis zur Oper verlängert.
Eine weitere Änderung betrifft den Ring. Die Haltestelle Parlament wird bereits seit Juli nicht mehr eingehalten. Dadurch sollen die Ringlinien 1, 2, 71 und D schneller unterwegs sein. Laut Analysen der Wiener Linien werden die benachbarten Haltestellen "Ring, Volkstheater U" und "Rathausplatz, Burgtheater" um ein Vielfaches stärker genutzt. Sie liegen nur rund 200 Meter von der ehemaligen Haltestelle Parlament entfernt.
Der durchschnittliche Haltestellenabstand im Bim- und Bus-Netz beträgt ca. 400 Meter. Damit das Parlament trotzdem im Netzplan vertreten bleibt, wurde "Ring, Volkstheater U" Ende August in "Parlament, U Volkstheater" umbenannt.