Schlechte Nachrichten aus der Wiener Gastro-Szene: Über die Café Ansari Restaurant Betriebs-GmbH in der Praterstraße 15 in der Leopoldstadt wurde am 4. September vom Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Das bestätigt der Alpenländische Kreditorenverband (AKV).
Der Konkurs wurde nicht vom Unternehmen selbst, sondern auf Antrag eines Gläubigers eröffnet. Eine Eigenverwaltung gibt es nicht. Zum Insolvenzverwalter wurde der Wiener Rechtsanwalt Günther Hödl bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis 9. November anmelden. Die Berichts- und Prüfungstagsatzung findet am 23. November statt.
Wie groß die Schulden sind und was zur neuerlichen Insolvenz geführt hat, steht derzeit noch nicht fest. Laut AKV müssen sowohl die Insolvenzursachen als auch die aktuellen Vermögensverhältnisse erst im Zuge des Verfahrens überprüft werden.
Das vorhandene Vermögen soll nun inventarisiert und geschätzt werden. Erst danach könne beurteilt werden, mit welcher Quote die Gläubiger rechnen können. Geschäftsführerin der Gesellschaft ist Nana Ansari, als Gesellschafter sind Nana und Nasser Ansari eingetragen.
Es ist nicht die erste Insolvenz des bekannten Lokals. Schon am 28. Juni 2017 wurde über dieselbe Café Ansari Restaurant Betriebs-GmbH ein Insolvenzverfahren eröffnet. Damals wurde der Konkurs als geringfügig eingestuft – das zur Konkursmasse gehörende Vermögen sollte voraussichtlich nicht mehr als 50.000 Euro betragen.
Nana und Nasser Ansari machten damals vor allem die Kosten für den Aufbau des Restaurants verantwortlich. Das Bauprojekt habe die ursprünglich kalkulierten Kosten massiv überschritten, von dieser finanziellen Belastung habe man sich bis zur Insolvenz nicht erholt.
Eine weitere Zahlungsverpflichtung habe schließlich den Ausschlag gegeben. Trotzdem wollten die Gastronomen ihr Lokal unbedingt weiterführen. Das gelang auch: Das Café überstand die damalige Krise und blieb in der Praterstraße geöffnet.
Die Betreiber hatten sich schon vor dem großen Restaurant mit einem kleinen Pavillon am Karmelitermarkt einen Namen gemacht. Mit georgischen Spezialitäten wie gefüllten Teigtaschen und Käsebrot sorgten sie für Aufmerksamkeit, bevor sie das größere Lokal in der Praterstraße eröffneten. Das Café Ansari entwickelte sich danach zu einer bekannten Adresse in der Wiener Gastronomie.
Auch die Corona-Pandemie brachte das Lokal später erneut in Schwierigkeiten. 2020 startete Nana Ansari einen Spendenaufruf. Mindestens 10.000 Euro seien damals für Warenlieferungen und Instandsetzungsarbeiten notwendig gewesen, um nach dem Lockdown wieder aufsperren zu können. Insgesamt kamen über die Aktion rund 7.900 Euro von 83 Spendern zusammen.
Bemerkenswert ist auch ein Blick auf die zuletzt verfügbaren Bilanzdaten. Für 2024 werden eine Bilanzsumme von rund 1,2 Millionen Euro, ein Eigenkapital von rund 661.500 Euro und ein Jahresüberschuss von rund 98.200 Euro ausgewiesen. Die Verbindlichkeiten beliefen sich demnach auf rund 479.700 Euro. Was seitdem zur Zahlungsunfähigkeit geführt hat, ist derzeit offen – ebenso ob und in welcher Form das Café Ansari weitergeführt werden kann.