Als vierten Gast begrüßte Simone Stribl am Montagabend Bundeskanzler und ÖVP-Chef Christian Stocker zum ORF-Sommergespräch. Der hatte schon zuvor mit mehreren Ideen aufhorchen lassen.
So will der Regierungschef unter anderem Spitäler zusammenlegen, was nicht unbedingt in allen Bundesländern gut ankommt. Kritik gab es unter anderem vom mächtigen burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ), aber auch vom steirischen FPÖ-Landeshauptmann Mario Kunasek (FPÖ).
Ebenfalls auf der Forderungsliste von Stocker: ein Verbot des politischen Islam per Verfassungsgesetz sowie einen "Zukunftsfonds" zur Absicherung des Pensionssystems ("Heute" berichtete). Beide Themen wurden auch beim Sommergespräch besprochen.
Ein Vorstoß, den sich Stocker für dieses Gespräch aufgehoben hatte, ist ein sogenanntes "Zukunftsdepot" – so etwas wie ein staatliches Sparbuch für Kinder. Kurz erklärt: Pro Jahr und Kind kann man auf dieses Depot bis zu 5.000 Euro einzahlen. Das Geld bleibt bis zum 18. Geburtstag auf dem Depot, kann danach steuerfrei entnommen werden, man spart sich also die 27,5 Prozent Kapitalertragssteuer.
Am Dienstag veröffentlichte der ORF die Seherquote des Sommertalks. Im Schnitt wollten 531.000 Österreicher den Auftritt des Bundeskanzlers sehen. Skurriles Detail: Das waren exakt genauso viele wie bei Stockers erstem Sommergespräch im Vorjahr. Der Spitzenwert lag bei 558.000. Damit lag er unter dem Auftritt 2025, wo bis zu 576.000 Zuseher dabei waren.
Stocker ist damit der – vorläufige – Quotenkönig der heurigen Sommertalks. Vizekanzler und SPÖ-Chef Andreas Babler lag mit 517.000 doch deutlich hinter dem ÖVP-Chef. Platz drei ging an Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger mit 501.000 Zusehern, Grünen-Chefin Leonore Gewessler scheiterte mit 482.000 Zusehern an der 500.000er-Marke.
All diese Werte dürften aber am kommenden Montag übertroffen werden. Dann ist FPÖ-Chef Herbert Kickl Gast im ORF-Zentrum. Der war auch im Vorjahr der unangefochtene Quotensieger mit im Schnitt 706.000 Zusehern (Spitzenwert: 747.000).
Spannend: Babler erreichte zwar mit 586.000 den höchsten Spitzenwert aller vier Parteichefs und -chefinnen. Bei ihm schalteten aber gleich 69.000 Leute wieder ab. Das ist der mit großem Abstand höchste Wert und spricht nicht gerade für die Spannung des Gesprächs und die Performance des SPÖ-Chefs.