55 Minuten gepflegte Langeweile: Das war das ORF-Sommergespräch mit SPÖ-Chef Andreas Babler. Die Themenpalette reichte von Klima über Gesundheit und Pensionen bis zur Migration. Babler, auch Medienminister, wurde von Moderatorin Simone Stribl aber mit keinem Wort zum Chaos beim ORF gefragt.
Wie zu erwarten wenig Begeisterung löste der Talk bei der FPÖ aus. Generalsekretär Michael Schnedlitz bezeichnete den Auftritt als "marxistische Märchenstunde des unbeliebtesten Politikers Österreichs". "Die Menschen haben die Nase voll von dieser Politik des Verrats. Sie strafen die SPÖ mit ihrem Vertrauensentzug völlig zu Recht ab und machen sie zur Kleinpartei, die sie unter diesem Vorsitzenden verdient zu sein."
Bablers Jubel über das geplante Klimagesetz entlarve dessen wirtschafts- und wohlstandsfeindliche Haltung, so Schnedlitz weiter. "Mit diesem Gesetz begehen SPÖ, ÖVP und NEOS einen Frontalangriff auf unsere Industrie, auf unsere Unternehmen, auf die Arbeitnehmer und auf den Wohlstand im ganzen Land. Während die Menschen nicht mehr wissen, wie sie ihre Rechnungen bezahlen sollen, feiert Babler die Zerstörung der wirtschaftlichen Grundlagen unseres Landes." Mit diesem Gesetz opfere die Regierung die Wirtschaft "auf dem Altar der Klimareligion". Und das Leben für die Menschen werde damit unleistbar.
Auch bei den Bereichen Pensionen und Gesundheitssystem habe der SPÖ-Vizekanzler seine "geballte Inkompetenz" unter Beweis gestellt und versucht, diese mit Heuchelei zu kaschieren, kritisiert der FPÖ-Generalsekretär. "Die Pensionisten haben die Babler-Sozialisten mit Pensionskürzungen verraten und auch ihr 'Nein' zur Anhebung des Pensionsantrittsalters ist nicht einen Cent wert – immerhin haben sie in der Regierung dem sogenannten Nachhaltigkeitsmechanismus zugestimmt."
Die Forderung Bablers, den Privatkrankenanstalten-Finanzierungsfonds (Prikraf) abzuschaffen, ist für Schnedlitz nur eine "Nebelgranate, um von den wahren Ursachen der 'Zwei-Klassen-Medizin' im Land abzulenken". Diese Ursache sieht der Freiheitliche vor allem in der "unkontrollierten Masseneinwanderung, die unser Gesundheits- und Sozialsystem an den Rand des Zusammenbruchs bringt". Schnedlitz: "Der rote Obermarxist will 200 Millionen umverteilen, während Milliarden für illegale Einwanderer und die Asylindustrie aus dem Fenster geworfen werden. Das ist eine Verhöhnung jedes einzelnen Patienten, der monatelang auf einen Arzttermin wartet."
Nicht neu sei Bablers Gerede von "Menschlichkeit und Ordnung" in der Asylpolitik. "Die illegale Masseneinwanderung unter dem Asyl-Deckmantel ist das genaue Gegenteil von Ordnung: nämlich Chaos im eigenen Land. Es hat auch nichts mit 'Menschlichkeit' zu tun, wenn die Kriminalität explodiert, Massenvergewaltigungen im Wochentakt begangen werden und sich Frauen und Mädchen oft nachts nicht mehr alleine auf die Straße trauen."
Schnedlitz’ Resümee der 55 Minuten: "Kraftlos, mutlos. Man spürt, dass Babler selbst weiß, es geht bereits wieder dem Ende seiner politischen Reise zu."