Der Equal Pension Day am 9. August 2026 macht auch heuer auf die große Pensionslücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Ab diesem Tag haben Männer bereits so viel Pension erhalten, wie Frauen erst bis zum Jahresende bekommen werden.
Der Unterschied ist deutlich: Frauen beziehen im Durchschnitt um 39,4 Prozent niedrigere Pensionen als Männer. Konkret erhalten Männer im Schnitt 2.664 Euro pro Monat, Frauen dagegen 1.614 Euro – also rund 1.050 Euro weniger. "Wir wissen, dass Altersarmut überwiegend weiblich ist. Das dürfen wir nicht einfach so hinnehmen. Es ist einfach nicht zu akzeptieren, dass Frauen eine dramatisch niedrigere Pension erhalten als Männer", so Wohnbau- und Frauenstadträtin Elke Hanel-Torsch (SP).
Laut Hanel-Torsch müsse vor allem bei den Einkommen angesetzt werden. "Faire Einkommen für Frauen sind die Grundvoraussetzung für eine gerechte Pension. Frauen sind nach wie vor mehrfach belastet. Unbezahlte Arbeit wird größtenteils von Frauen verrichtet. Diese Zeit fehlt beim Lebenseinkommen und wirkt sich gnadenlos auf die monatliche Pensionshöhe aus. Unser klares Ziel muss es sein, die unbezahlte Care-Arbeit gerecht zu verteilen, um die Lohnschere zu schließen. Denn nur eine gerechte Verteilung der Arbeit gibt Frauen die Sicherheit für ein unabhängiges und selbstbestimmtes Leben – gerade auch im Alter. Dafür brauchen wir gleichen Lohn für gleiche Arbeit und Lohntransparenz."
Auch AK-Präsidentin Renate Anderl sieht die Ursachen bereits im Berufsleben. "Wer Altersarmut von Frauen wirklich bekämpfen will, muss dort ansetzen, wo sie entsteht: im Erwerbsleben. Viele Frauen arbeiten Teilzeit, weil Unternehmen keine Vollzeitstellen anbieten und die Arbeitsbedingungen in vielen Branchen belastend sind. Frauen tragen zudem den Großteil der unbezahlten Arbeit – sie kümmern sich um Kinder, übernehmen die Hausarbeit und pflegen Angehörige."
Christa Hörmann, geschäftsführende ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende, fordert mehr Transparenz bei den Einkommen. "Nur wenn Entgeltstrukturen transparent sind und daher nachvollziehbar ist, wer warum, wie viel verdient, kann die Lohnschere geschlossen werden." Zudem brauche es gute Arbeitsbedingungen, präventive Gesundheitsförderung, altersgerechte Lösungen sowie leistbare Kinderbetreuungsplätze.
Ein wesentlicher Grund für die niedrigeren Pensionen sei, dass Frauen während ihres Erwerbslebens im Durchschnitt weniger verdienen und häufiger in Teilzeit arbeiten. Weniger Einkommen und weniger Beitragsmonate führen später zu einer niedrigeren Pension.
Bereits am Freitag, 7. August, informiert das Frauenservice Wien gemeinsam mit den ÖGB-Frauen sowie der AK Wien von 11 bis 14 Uhr vor dem Haus auf der Mariahilfer Straße 45 über Einkommensgerechtigkeit und Pensionen.
Im Bundesländervergleich schneiden Frauen in Wien am besten ab. Sie beziehen mit durchschnittlich 1.834 Euro pro Monat österreichweit die höchste Pension. Der Pensionsunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt in Wien 27,4 Prozent. Deshalb findet der Equal Pension Day hier erst am 21. September statt – später als in allen anderen Bundesländern.