Die erst vor rund eineinhalb Jahren neu eröffnete Universitätsstraße in der Wiener Innenstadt sorgt erneut für Diskussionen. Während die FPÖ der Stadt gravierende Planungsfehler vorwirft, betont die Straßenverwaltung, dass sichere und direkte Wege für Fußgänger vorhanden seien.
Kritik entzündet sich vor allem an der Verbindung zwischen dem Neuen Institutsgebäude (NIG) und der Straßenbahnhaltestelle der Linien 43 und 44 sowie dem Zugang zur künftigen U5-Station. Nach Ansicht der Freiheitlichen müssten Fußgänger nach der Querung bei der Ebendorferstraße rund 100 Meter auf einem Zweirichtungsradweg zurücklegen.
„Spätestens jetzt, wo die Universitätsstraße schon wieder zur Baustelle geworden ist – ein zusätzlicher Schildbürgerstreich – muss dieses Versäumnis behoben werden!“Toni MahdalikFPÖ-Gemeindrat
Für FPÖ-Landtagsabgeordneten Toni Mahdalik ist das ein klares Versäumnis: "Die Universitätsstraße wurde zwar um viele Millionen Euro umgestaltet, auf die Fußgänger wurde jedoch vergessen. Wozu haben wir seit Jahren einen Fußgängerbeauftragten, wenn dieser bei so einem großen Bauprojekt offenbar gar nicht eingebunden wurde? Fußgängern den Weg zu den Öffis am Radweg zuzumuten zeigt, wie schlecht Simas Verkehrsplanung ist. Spätestens jetzt, wo die Universitätsstraße schon wieder zur Baustelle geworden ist – ein zusätzlicher Schildbürgerstreich – muss dieses Versäumnis behoben werden!"
Die Freiheitlichen kritisieren außerdem, dass die Straße nach jahrelangen Bauarbeiten nun erneut aufgerissen wurde. Im Bereich der Landesgerichtsstraße musste eine Abbiegespur einer Baustelle zum Austausch von Leitungen weichen. Die FPÖ spricht von vermeidbarer Geldverschwendung.
Die Stadt Wien weist die Vorwürfe, auf die Fußgänger vergessen zu haben, zurück. Bei allen Umgestaltungen werde großer Wert auf sichere Querungsmöglichkeiten gelegt: "Bei allen Planungsprojekten der Stadt Wien wird Wert auf sichere Querungsmöglichkeiten gelegt, die im Rahmen der Planungsprozesse umfassend berücksichtigt werden", heißt es von der MA28 (Straßenverwaltung und Straßenbau) gegenüber "Heute".
Und weiter: "Werden Straßen oder Plätze umgestaltet, werden auch bestehende Schutzwege überprüft und – sofern erforderlich – angepasst, verlegt oder neu geschaffen. Dabei wird insbesondere darauf geachtet, dass Fußgänger*innen sicher und möglichst direkt queren können, gute Sichtverhältnisse bestehen, Haltestellen sowie wichtige Ziele gut erreichbar sind und die Querungsstellen barrierefrei ausgestaltet werden", so eine Sprecherin.
Auch den konkreten Vorwurf, Fußgänger müssten den Radweg benützen, lässt die MA28 nicht gelten: "An der von Ihnen beschriebenen Örtlichkeit besteht für Fußgänger*innen eine direkte und sichere Verbindung zur Straßenbahnhaltestelle Landesgerichtsstraße. Die vorgesehene Wegeführung erfolgt aus Richtung NIG bzw. Ebendorferstraße über den Gehsteig zur Ecke Landesgerichtsstraße. Von dort führt ein Schutzweg über den Gleisbereich zur Mittelinsel der Straßenbahnhaltestelle."