Jetzt mischt auch die FPÖ im Streit um ein höheres Pensionsantrittsalter mit. Wie berichtet, hatte ja der Tiroler ÖVP-Landeshauptmann Anton Mattle gefordert, dass man erst mit frühestens 65 Jahren in Pension gehen kann. Und das auch nur, wenn man mindestens 45 Jahre gearbeitet hat.
Gegen diesen Vorschlag waren schon die Gewerkschaft, die Arbeiterkammer und auch der SPÖ-Pensionistenverband auf die Barrikaden gestiegen.
Auch FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz lässt kein gutes Haar am Vorstoß von Mattle. Dieser sei ein "sozialpolitischer Frontalangriff auf die hart arbeitende Bevölkerung" und ein "Anschlag auf die Lebensleistung der Österreicher".
"Die ÖVP hat offenbar endgültig jeden Kontakt zur Lebenswirklichkeit verloren. Wer jahrzehntelang am Bau, in der Pflege, in der Produktion, im Handel oder im Gastgewerbe geschuftet hat, braucht keinen schwarzen Oberlehrer, der ihm vom bequemen Polit-Sessel aus noch ein paar zusätzliche Arbeitsjahre verordnet", so Schnedlitz.
Eine Frage werde sich bei dieser Forderung etwa auch ein Medizinstudent stellen, der dann bis über 70 aufgrund seiner Ausbildung im OP stehen soll. "Hier ruinieren wir auf breiter Basis auch unseren Standort. Mattles Modell ist kein Reformvorschlag, sondern ein Pensionshammer gegen jene Menschen, die dieses Land jeden Tag am Laufen halten", tobt der freiheitliche Generalsekretär.
Besonders zynisch sei, dass ausgerechnet die ÖVP nun die Lebensleistung der Bevölkerung infrage stelle, sagt Schnedlitz: "Zuerst treibt diese Systempartei mit ihrer verfehlten Politik Preise, Abgaben und wirtschaftliche Unsicherheit in die Höhe. Danach erklärt sie den Menschen, sie müssten eben noch länger arbeiten, damit sich das von der Politkaste verursachte Chaos ausgeht."
Für viele Menschen sei längeres Arbeiten nicht nur eine theoretische Rechenübung, sondern eine Frage der Gesundheit, der Würde und der Lebensplanung. "Wer körperlich ausgelaugt ist, kann nicht durch einen Federstrich wieder fit gemacht werden. Die ÖVP behandelt Menschen wie Nummern in einer Budgettabelle und ignoriert, dass hinter jedem Arbeitsjahr ein Leben, eine Familie und oft jahrzehntelange Belastung stehen."