Die jüngsten Ereignisse in der spanischen Exklave Ceuta am afrikanischen Festland werden wohl das prägende Thema bei der Konferenz der Innenminister der EU-Staaten am Dienstag in Brüssel sein. Im Vorfeld macht sich Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) erneut für Asylverfahren außerhalb der EU stark.
Er habe – zusammen mit Dänemark – bereits 2022 für dieses Modell geworben, erinnert der Politiker am Montag in einer Aussendung. Mittlerweile sei das Modell "allgemein anerkannt", es müsse allerdings "schleunigst in die Tat umgesetzt werden", so Karner.
"Die rechtlichen Möglichkeiten wurden mit dem Asylpakt geschaffen. Den Worten müssen nun Taten folgen und Asylverfahren außerhalb der EU – Stichwort Albanien-Modell – konkret umgesetzt werden. Das Ziel dabei: Bilder, wie sie in den vergangenen Tagen von Ceuta aus um die Welt gingen, und Tote im Meer verhindern ", hielt Innenminister Gerhard Karner im Vorfeld der Innenministerkonferenz am 4. August 2026 fest.
Seit Jahresbeginn arbeitet die sogenannte "Gruppe der Umsetzer" an konkreten Lösungen, um die irreguläre Migration einzudämmen. Konkret würden neben Österreich auch Deutschland, Griechenland, Dänemark und den Niederlanden an Rückkehrzentren und Asylverfahren in Staaten außerhalb der EU arbeiten.
Nach Ansicht der beteiligten Staaten sollen Asylverfahren außerhalb Europas und Rückkehrzentren vor allem das Geschäftsmodell der Schlepper untergraben. Die Hoffnung: Falschmeldungen und Versprechen der Schlepper, wonach Migranten nach ihrer Ankunft in Europa dauerhaft bleiben könnten – unabhängig davon, ob sie Schutz erhalten oder nicht –, sollen dadurch ihre Wirkung verlieren.
Aus Sicht der Befürworter würden damit klare Signale an Schleppernetzwerke gesendet. Die Botschaft laute, dass eine irreguläre Einreise nicht automatisch zu einem Aufenthalt in Europa führe. Dadurch sollen sich deutlich weniger Menschen auf den Weg machen.
Als Beispiel werden immer wieder Szenen von Migrationsbewegungen an den EU-Außengrenzen angeführt. Bilder wie jene aus der spanischen Exklave Ceuta in der vergangenen Woche könnten durch ein funktionierendes System mit Asylverfahren außerhalb der EU und wirksamen Rückkehrzentren langfristig verhindert werden, argumentieren die beteiligten Staaten.