Anreizsystem

Länger arbeiten – dieser neue Bonus kommt jetzt

Die Österreicher sollen später in Pension gehen. Aber: Ältere haben wenig Chancen am Arbeitsmarkt. Ein neues Anreizsystem soll das ändern.
Angela Sellner
12.03.2026, 15:34
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Alarmstimmung am Arbeitsmarkt. AMS-Chef Johannes Kopf warnt vor drastischen Folgen, sollte die Politik auf den demografischen Wandel – die Bevölkerung wird immer älter, gleichzeitig kommen weniger Junge am Arbeitsmarkt nach – nicht rasch mit mehr Maßnahmen als bisher reagieren.

Das AMS rechnet damit, dass in Österreich im Jahr 2050 rund 120.000 Erwerbspersonen fehlen werden. Insbesondere außerhalb Wiens werde sich die Lage ungünstig entwickeln. Ein Damoklessschwert auch für das Pensionssystem, da immer weniger Erwerbstätige auf Personen im Pensionsalter kommen.

Das Problem sei zwar bekannt, bisher sei aber "viel zu wenig passiert", so Kopf.

Später in Pension

Fakt ist: Wir werden länger arbeiten müssen. Das gesetzliche Pensionsantrittsalter greift die Regierung aktuell nicht an – vorerst will man das faktische Alter, mit dem die Österreicher in den Ruhestand gehen, erhöhen. Die Möglichkeiten der Frühpension wurden nach hinten verschoben. Das neue Modell der Teilpension soll Menschen länger in Beschäftigung halten.

Allerdings: Für die Generation 60+ ist bei den Chancen am Arbeitsmarkt, gelinde gesagt, viel Luft nach oben. Die Unternehmen reißen sich nicht gerade um diese Personen.

81 % der Firmen ohne Beschäftigte über 60

Das neue Älterenbeschäftigungsmonitoring des Arbeitsministeriums zeigt: Die Beschäftigungsquote der über 55-Jährigen ist zwar gestiegen und lag 2025 bei rund 60 Prozent. Aber: Rund 81 Prozent der Unternehmen beschäftigen aktuell keine einzige Person über 60.

Mit einem neuen Anreizsystem, das Unternehmen motivieren soll, mehr Menschen über 60 zu beschäftigen, soll sich das nun ändern. Bis Anfang 2027 will Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) das ausarbeiten.

Zielwerte für Unternehmen

Vorgesehen sind branchenbezogene Zielwerte: Firmen, die diese erreichen oder sogar übertreffen, könnten Vorteile oder finanzielle Anreize erhalten. Welche Modelle konkret umgesetzt werden, wird derzeit geprüft.

Schon im Juli 2026 startet eine Informationskampagne für Betriebe. Sie soll die Vorteile altersgemischter Teams hervorheben und über Förderungen informieren. Dazu zählen etwa Qualifizierungsangebote, Umschulungen oder Eingliederungsbeihilfen über das AMS.

Neue Förderungen

Zusätzlich will die Regierung die Förderungen für ältere Arbeitnehmer deutlich erhöhen. Ab 2027 sollen jährlich 100 Millionen Euro in Maßnahmen fließen, die Menschen über 60 länger im Job halten oder wieder in Beschäftigung bringen.

Langfristiges Ziel ist es, den Anteil der 60- bis 64-Jährigen am Arbeitsmarkt zu steigern. Schon 2027 soll ihr Anteil an allen unselbstständig Beschäftigten im Jahresschnitt auf zumindest 6,1 Prozent steigen.

"Ein längeres, gesundes Arbeiten ist nicht nur wichtig für die Menschen selbst, sondern auch für die Stabilität unseres Arbeitsmarktes und unseres Sozialsystems der Zukunft. Deshalb setzen wir konkrete Schritte, um die Beschäftigung älterer Menschen nachhaltig zu stärken", erklärt Ministerin Schumann.

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