Eigentlich hätte für Robert H. ein neuer Lebensabschnitt beginnen sollen. Der Wiener wollte mit 1. Juni in die vorzeitige Alterspension gehen – doch statt Sicherheit und einem geregelten Einkommen wartet er bis heute auf sein Geld.
"Ich weiß nicht mehr weiter. Das sind arge Zustände", sagt der 62-Jährige. Zwei Monaten kämpfte er darum, dass sein Pensionsantrag endlich abgeschlossen wird.
Begonnen hatte alles bereits im Februar. Robert erkundigte sich bei den zuständigen Stellen, welche Voraussetzungen für den früheren Pensionsantritt erfüllt sein müssen. Zu diesem Zeitpunkt war er noch selbstständig in der Filmproduktion tätig. Den Gewerbeschein legte er schließlich im Mai zurück, nachdem ihm ein Pensionsantritt mit 1. Juni mitgeteilt worden war.
Dann schien alles klar: Von der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) erhielt der angehende Pensionist eine Vorwegmitteilung, dass die Voraussetzungen für die vorzeitige Alterspension erfüllt seien.
Doch kurz darauf kam die unerwartete Wendung. Ende Juni erhielt er plötzlich die Information, dass er noch als freier Journalist gemeldet sei. Tatsächlich war Robert von 2004 bis 2009 als freier Journalist tätig gewesen – danach arbeitete er ausschließlich gewerblich im Bereich Filmproduktion. Zahlreiche Dokumente bestätigen das.
"Ich habe bei der SVS angerufen, dort wurde mir gesagt, ich soll eine Mail schreiben", erzählt der Wiener. Er kam der Aufforderung nach – doch wenig später hieß es, diese Nachricht würde nicht ausreichen. Danach folgte ein weiteres Formular und sogar eine Kontaktaufnahme mit der Ombudsstelle der SVS. "Ich habe mehrmals telefoniert, einen aufwändigen Mail-Verkehr geführt", schildert Robert die vergangenen Wochen.
Schließlich wurde ihm empfohlen, den Pensionsantritt auf 1. Juli zu verschieben. Damit erklärte er sich einverstanden. Doch dann folgte erneut Verwirrung: Er erhielt ein Schreiben, in dem stand, dass er doch rückwirkend ab 1. Juni die Pension erhalten würde.
Als Robert nachfragte, stellte sich heraus: Das Schreiben war offenbar eine interne Nachricht, die gar nicht für ihn bestimmt gewesen war. "Dann wurde der Amtsleiter informiert. Er hat mir gesagt, es würde zwei bis drei Wochen dauern, bis alles erledigt ist", erzählt der Wiener. Doch Ende Juli kam wieder eine neue Aufforderung der SVS. Darin hieß es erneut, dass er noch als freier Journalist gemeldet sei und sein Antrag deshalb nicht weiterbearbeitet werden könne.
Für den Wiener ist die Situation mittlerweile belastend. Rund 2.600 Euro netto Pension würden ihm monatlich zustehen – doch darauf wartet er weiterhin. "Ich darf nicht arbeiten gehen, sonst wird mir die Pension nachträglich zurückverlangt. Mir sind die Hände gebunden. Ein paar Aufträge hätte ich sonst schon machen können", sagt Robert. Er fühlt sich in einem bürokratischen Kreislauf gefangen.
Nach einer"Heute"-Anfrage kam schließlich Bewegung in den Fall. Die SVS stellte Robert mittlerweile den Pensionsbescheid zu – wann die Zahlungen erfolgen, ist jedoch nicht absehbar. Zum konkreten Fall gab die SVS gegenüber "Heute" "aufgrund des Datenschutzes" keine Stellungnahme ab.