Will nun Neustart in Syrien

Aus Rache für Häf’n – 16-Jähriger bricht Cousin Kiefer

Ein behördlich bestens bekannter Syrer (16) trat seinem Cousin ins Gesicht. Er beteuerte, das Land verlassen zu wollen und im Tourismus Fuß zu fassen.
Christian Tomsits
03.08.2026, 11:46
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Bereits drei Vorstrafen sammelte ein 16-jähriger Syrer nach seinem Schulabbruch binnen sehr kurzer Zeit an, wurde zuletzt im März bedingt aus der Haft entlassen. Am Montag saß der Halbwüchsige mit "leichten Aggressionsproblemen" (Zitat eines Opfers) erneut in Handschellen am Wiener Straflandesgericht. Er soll seinem Cousin aus Rache für dessen Zeugenaussage, die zu seiner Haftstrafe geführt hatte, den Kiefer gebrochen haben.

Laut Zeugen trat er ihm am 19. Juni beim gemeinsamen Abhängen in der Krieau ohne Vorwarnung mitten ins Gesicht, schlug danach noch mit Fäusten auf ihn ein. Das Opfer wimmerte, konnte den Mund nicht mehr öffnen und musste am nächsten Tag operiert werden.

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Auf der Anklagebank wollte er von Brutalität nichts mehr wissen. "Das war ein Unfall, wir haben nur im Spaß gerungen. Dabei habe ich seinen Kopf mit meinem Fuß eingeklemmt und zu fest zugedrückt", behauptete er. Von Rache könne daher keine Rede sein, "es gab zuvor bereits eine Aussprache, alles war wieder gut", erklärte auch sein Top-Verteidiger Ernst Schillhammer.

"Zwei Monate sind eh fast nichts zum Absitzen", winkte der Syrer ab. "Es war mir egal, dass er mich verraten hat." Dann enthüllte er Spannendes: Eigentlich wollte er am 1. August bereits zurück in Damaskus sein – er hatte um freiwillige Rückkehr angesucht. "Ich geh Damaskus. Mein Traum wäre im Tourismus zu arbeiten. Ich will nicht wie ein Junkie auf der Straße sein", bat der Bursche den Richter erneut um Milde. Leider war ihm kurz vor der Ausreise die U-Haft dazwischengekommen.

Auch ein eher seltsam anmutender Rückzieher des Cousins verbesserte die Lage des Angeklagten nicht erheblich, da sie völlig unglaubwürdig daherkam. "Ich habe bei der Polizei gelogen, weil ich zuerst Angst hatte, durch die Verletzung nie wieder lächeln zu können. Ich liebe meinen Cousin. Er kann keinem Tier etwas zuleide tun", so der Zeuge, der wohl keinen zweiten Kieferbruch mehr riskieren wollte. Nur leichte Aggressionsprobleme, wenn er etwas getrunken habe, räumte der Syrer seinem Landsmann ein.

Die Mutter des Angeklagten schluchzte leise vor sich hin – die Frau mit dem Kopftuch scheint Kummer gewohnt zu sein. Die Staatsanwältin kündigte schließlich ein Verfahren wegen falscher Beweisaussage gegen den Zeugen an – entweder bei der Polizei oder vor Gericht hätte er ja gelogen. Da ein weiterer Zeuge polizeilich vorgeführt werden soll, wurde die Verhandlung am Vormittag noch unterbrochen. Die Unschuldsvermutung gilt. Für die Karrierepläne in der Heimat kann man dem ambitionierten 16-Jährigen nur Glück und gutes Gelingen wünschen…

{title && {title} } ct, {title && {title} } 03.08.2026, 11:46
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