Große Aufregung um einen Hosenanzug von ZiB-Moderatorin Alexandra Wachter. Die 36-jährige Innenpolitik-Journalistin macht ihrem Ärger über Ungleichbehandlung von männlichen und weiblichen Fernseh-Kollegen in einem Insta-Video ordentlich Luft.
Nach einer Moderation im Live-TV erreichten die 36-Jährige binnen 43 Minuten zwei E-Mail-Zuschriften, die unterschiedlicher nicht sein könnten und von ihr als exemplarisch gesehen werden. Einmal wurde ihre Kleidungswahl hart kritisiert. "Darin hieß es, dass bei 35-40 Grad ein Hosenanzug ein Witz sei", so Wachter. Kurze Zeit später lobte eine zweite Zuseherin hingegen ihre Arbeit als Moderatorin ("Sie machen das ganz toll") und fragte nach einem Autogramm.
"Darin zeigt sich ein Muster, das weit über diese beiden Nachrichten hinaus geht", erklärte die ORF-Lady im Video eindringlich. Daten einer südamerikanischen Studie hätten nämlich gezeigt, dass bei digitalen Angriffen das Aussehen von Journalistinnen um 30 Prozent häufiger angesprochen wird als das von Journalisten.
"Da geht es nicht nur um Leistung, sondern immer wieder um das Äußere und unterschiedliche Bewertungskriterien bei Männern und Frauen", so die Moderatorin. Bei Frauen hieß es immer wieder "zu groß, zu klein, zu jung oder zu alt, zu viel oder zu wenig getragen – zu stark oder zu wenig geschminkt." Männliche Nachrichtenmoderatoren würden auch bei großer Hitze Anzug, Hemd und Krawatte tragen. "In der Zuschrift wird vergleichbare formelle Studio-Kleidung bei einer Frau plötzlich "zur Temperaturfrage", meinte sie hitzig.
Es gehe ihr nicht darum, Kleidung zur Tabufrage zu erklären oder Kritik an ihr zu verbieten. "Sondern es geht um denselben professionellen Maßstab. Denn Äußerlichkeiten dürfen nicht als Kompetenzmaßstab dienen, entscheidend sind Recherche, Einordnung und Leistung", so die Journalistin.