Am Dienstag startet in fünf Bezirken die Testphase für ein neues Dienstzeitmanagement-Modell. Noch bevor klar ist, wie sich die Reform in der Praxis bewährt, gibt es heftige Kritik von den Gewerkschaften.
Ihre Befürchtung: Polizisten könnten künftig öfter am Wochenende Dienst schieben, ohne dafür entsprechende Zuschläge zu bekommen. Die Gewerkschaften sehen hinter der Umstellung deshalb eine Sparmaßnahme.
Auch Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil reiht sich in die Schar an Kritiker ein. Doskozil könne bei dieser Reform "nur den Kopf schütteln". Ihm zufolge werde der Plan "als Modernisierung verkauft", führe jedoch zu mehr Wochenenddiensten, schlechter planbarer Freizeit, weniger zusammenhängenden Erholungsphasen und im schlimmsten Fall zu weniger Einkommen.
Ganz anders sieht das Bundespolizeidirektor Michael Takacs. Im Ö1-"Morgenjournal" verteidigte er am Dienstag die Reform. Änderungen bei der Dienstgestaltung würden zwar für Unruhe sorgen, seien aber notwendig. Eine entsprechende Reform brauche es bereits seit rund 15 Jahren.
Dass Polizisten durch das neue Modell finanziell schlechter aussteigen könnten, weist Takacs zurück. Geplante Einsparungen gebe es nicht. "Das sehen wir nicht so", sagte er auf die Frage, ob die Polizisten durch die Änderungen schlechter aussteigen würden.
Hintergrund sind unterschiedliche Dienstsysteme innerhalb der Polizei. So gibt es unter anderem den Gruppendienst, der vor allem im urbanen Raum zum Einsatz kommt, sowie den Wechseldienst.
Im Gruppendienst seien laut Takacs bereits jetzt bis zu fünf Wochenenddienste pro Monat vorgesehen. Gleichzeitig seien Polizisten in diesem System gegenüber Kollegen im Wechseldienst ungleich behandelt worden.Genau diese Unterschiede wolle man nun harmonisieren.
Für die Polizei soll das neue System außerdem einen entscheidenden Vorteil bringen: mehr Planbarkeit beim Personaleinsatz. Polizisten könnten dadurch gezielter dort eingesetzt werden, wo sie tatsächlich gebraucht werden.