ORF-Star stellt kuriose Frage

Warum sprechen Sie nicht mehr im steirischen Dialekt?

Am Ende des ORF-Sommergesprächs wurde es für die Grünen-Chefin noch einmal persönlich: "Wo ist denn heute die Steirerin Leonore Gewessler?"
Newsdesk Heute
11.08.2026, 18:21
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Zum Abschluss des ORF-Sommergesprächs 2026 mit Leonore Gewessler wurde ihre Sprechweise selbst Thema. War sie im Vorjahr noch mit deutlichem steirischen Dialekt aufgetreten, hörte man dieses Mal davon (fast) nichts.

"Wo ist denn heute die Steirerin?", fragte Moderatorin Simone Stribl. "Die Steirerin sitzt hier am Tisch", stellte die Grünen-Chefin lachend klar. Die intensive Debatte über ihren Dialekt im Nachgang ihres letzten Auftritts in dem TV-Talkformat habe sie damals eher unterhalten als irritiert: "Es hat mich sehr amüsiert, denn nach diesem Sommergespräch gab es ganzseitige Analysen zu meinem Dialekt, die ich vorher noch nie gelesen hätte."

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"Ich will in eine gute Zukunft"

Mit Dialekt könne man Volksnähe demonstrieren, konstatiert Stribl. Was ist jetzt Gewesslers Strategie? In ihrer Antwort verwies die Politikerin darauf, dass nicht Tonfall oder Auftreten entscheidend seien, sondern die Inhalte. Sie hoffe, es seien Themen angesprochen worden, bei denen sich Menschen vor dem Bildschirm gedacht hätten: "Das hat was mit mir oder meinem Leben zu tun."

Genau darum gehe es ihr politisch. "Menschen wünschen sich Politik, die an ihrer Seite steht und ihr Leben leichter macht", sagte Gewessler. Das wolle sie mit den Grünen umsetzen. Zugleich zog sie eine scharfe Trennlinie zu den Freiheitlichen: "Die FPÖ will zurück in eine dunkle Vergangenheit. Ich will in eine gute Zukunft, wo man wieder Zuversicht und Hoffnung haben kann."

"Offensichtlich sind Kickl die Menschen komplett egal"

Schon im Sommergespräch selbst hatte Gewessler die Freiheitlichen frontal attackiert. Beim Thema Klima warf sie Herbert Kickls FPÖ vor, mit "Es ist halt Sommer"-Parolen unverantwortlich zu agieren. "Offensichtlich sind Herbert Kickl die Menschen auf den Baustellen komplett egal", sagte sie damals. Ihre Zuspitzung: "Offensichtlich will er, dass unsere Probleme groß sind. Weil dann sind seine Umfragen hoch."

Besonders scharf wurde Gewessler beim Blick auf die FPÖ und deren Umfeld. "Ich weiß nicht mehr, wo die Freiheitliche Jugend aufhört und wo die Identitären anfangen", sagte sie. Kickl wolle sie politisch nicht das Feld überlassen: "Ich werde dieses Land nicht kampflos Herbert Kickl überlassen."

"Die sind auch meine Feinde"

Auch beim Klimaschutz setzte Gewessler auf deutliche Bilder. Angesichts von Hitze und Trockenheit sprach sie von einem "Sommer der Extreme" und warnte: "Die Menschen leiden darunter." Für sie sei klar, dass die Bundesregierung bei Hitzeschutz und Klimaschutz handeln müsse.

Auch bei Migration und Integration räumte Gewessler im früheren Gespräch Versäumnisse ein. Zu 2015 sagte sie: "Es ist offensichtlich, dass wir uns das vielleicht zu einfach vorgestellt haben." Zugleich betonte sie, Menschlichkeit brauche klare Grenzen. Über extremistische Gegner der liberalen Demokratie sagte sie: "Die sind auch meine Feinde."

Die Dialekt-Frage wurde damit zum Einstieg in eine größere Botschaft: Gewessler will nahbarer auftreten, aber politisch hart bleiben. Ihr Angebot an die Menschen: eine Politik, die Alltagssorgen ernst nimmt. Ihre Abgrenzung zur FPÖ bleibt dabei zentral.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 11.08.2026, 18:38, 11.08.2026, 18:21
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