Mit Spannung blickte die Öffentlichkeit am Dienstag auf den Küniglberg in Wien. Der Stiftungsrat war aufgerufen, ein neues Direktorium zu wählen. Nachdem in den Mittagsstunden bereits die vier "Zentraldirektoren", die der designierte Generaldirektor Clemens Pig vorgeschlagen hatte, gewählt wurden, gab der Stiftungsrat auch für die von Pig präferierten Landesdirektoren grünes Licht. Einzig die FPÖ-Stiftungsräte verweigerten allen 13 Personen die Zustimmung.
"Der neue Morgen für den ORF hat begonnen", begann Clemens Pig sein Statement. Mit dem Wahlergebnis sei auf der Achse "Vertrauen" ein wichtiger Schritt erfolgt. Pig erkennt durch den Ausgang eine Emanzipierung von politischem Einfluss.
Er freue sich "ausnehmend", sein Team zu präsentieren und "riesig darauf", mit diesem künftig zu arbeiten, gab er knapp zu Protokoll. Es handle sich um "ein Team der besten Köpfe", fügte er an.
Klar ist für Pig, dass der ORF sparen muss. Der Rahmen, kolportiert werden rund 90 Millionen Euro, seien aber "verdammt kurzfristig" gesetzlich festgelegt worden. Wie der ORF die geforderte Summe einsparen kann, werde nun in der Generaldirektion diskutiert. Ob und wie viele Stellen der ORF abbauen werde, wollte Pig nicht beantworten. Das sei nicht "seriös".
Vor der Entscheidung gab es ordentlich Wirbel. ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler forderte eine Verschiebung der Abstimmung. Er verlangte unter anderem Einsicht in Bewerbungsunterlagen und Konzepte, bevor über die Spitzenposten entschieden werde. Jedenfalls, so kündigte er am Dienstag gegenüber "Heute" an, die Wahl anzufechten.