Für den künftigen ORF-Generaldirektor Clemens Pig stand am Dienstag eine erste Bewährungsprobe an. Der ORF-Stiftungsrat entscheidet über seinen Vorschlag für ein neues Direktorium. Dieses umfasst insgesamt 13 hoch dotierte Jobs am Küniglberg bzw. in den ORF-Zweigstellen in den neun Landeshauptstädten.
Pig, der im kommenden Jahr auf Interimschefin Ingrid Thurnher folgen wird, hat dem wichtigsten ORF-Gremium eine Liste vorgeschlagen. Dabei setzt der designierte Generaldirektor auf einen Mix zwischen altbewährten und neu eingesetzten Kräften – "Heute" berichtete.
Dass auch die Bestellung des neuen Direktoriums nicht konfliktfrei über die Bühne gegangen ist, verwundert angesichts der latenten Unruhe im Stiftungsrat der vergangenen Wochen nicht. Speziell Peter Westenthaler, er sitzt auf einem FPÖ-Ticket im Gremium, agierte wenig überraschend als Kritiker des künftigen ORF-Chefs. Das Auswahlverfahren sei intransparent gewesen, argumentiert der frühere Nationalratsabgeordnete. Zudem kündigte Westenthaler gegenüber "Heute" an, die Wahl anfechten zu wollen.
Im Anschluss an die Wahl der Zentraldirektoren, erklärte Westenthaler, dass alle Kandidaten "geschwommen" seien. Besonders argwöhnisch betrachtete er wohl den Auftritt der nun gewählten Finanzchefin Silvia Lieb.