Michael Ludwig gnadenlos

"Keine Ideen", "große Leere" – Brutal-Angriff auf Kickl

Wiens Bürgermeister geht in die Offensive: In einem Interview rechnet er mit den Ideen von Herbert Kickl ab. "Da kommt nahezu nichts", sagt Ludwig.
Nicolas Kubrak
03.09.2026, 10:56
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FPÖ-Chef Herbert Kickl bekommt jetzt kräftigen Gegenwind aus der Bundeshauptstadt. Stadtchef und SPÖ-Grande Michael Ludwig kritisierte in einem Interview mit der "WELT" den FP-Obmann scharf, stellte dessen Führungsanspruch infrage und warnte vor rechtspopulistischer Politik.

Kanzler Kickl? "Kein Automatismus"

Obwohl die FPÖ seit geraumer Zeit in allen Umfragen auf Platz 1 liegt und auch die Nationalratswahl 2024 gewonnen hat, drücken die Blauen weiterhin die Oppositionsbank. Laut Ludwig werde die FPÖ auch im Falle eines Wahlsiegs bei der kommenden Wahl nicht automatisch den Kanzler stellen. "Es gibt in der Demokratie keinen Automatismus, dass die Partei mit den meisten Stimmen auch den Regierungschef stellt", erklärte der Bürgermeister.

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"Kickl hat keine Regierung zustande gebracht"

Um das zu erreichen, braucht FPÖ-Chef Kickl die nötigen Mehrheiten, betonte der Bürgermeister. Dafür müsse er erfolgreich verhandeln und auch zu Kompromissen bereit sein. "Kickl hatte schon nach der Wahl, in der die FPÖ die meisten Stimmen erhielt, den Regierungsbildungsauftrag, aber er hat keine Regierung zustande gebracht", so Ludwig. Aus seiner Sicht sei Kickl "vor der Verantwortung davongelaufen".

"Keine Ideen", "große Leere"

Der SPÖ-Grande legte noch nach. Kickl habe sich stattdessen für "das bequemere Leben" entschieden und verbringe viel Zeit beim Klettern und Wandern. "Man hat den Eindruck, er ist mehr in den Bergen als arbeitend für die Menschen tätig", so Ludwig.

Auch Kickls Umgang mit Medien bekam sein Fett ab. Der FPÖ-Chef gebe unabhängigen Medien nur selten Interviews – "und wenn er es doch tut, dann kommt da nahezu nichts. Da ist eine große Leere", so Ludwig. "Herr Kickl hat keine innovativen Ideen für die Zukunft unseres Landes." Laut Aussagen des Bürgermeisters laufe der blaue Obmann "nur im Bierzelt" zur Hochform auf, wo er Menschen denunziere und herabwürdige.

Wiener SPÖ als Gegenmodell

Trotz der schwachen Werte der Sozialdemokratie im Bund wollte Ludwig nicht von einer Krise sprechen. Zwar gebe es starken Gegenwind und die politische Mitte verliere derzeit an Attraktivität, die Wiener SPÖ zeige aber, dass ein anderer Kurs möglich sei. Als Gründe für die aktuelle Verunsicherung nannte Ludwig unter anderem die schwierige Wirtschaftslage sowie die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten.

"Optimismus stärker leben"

Für die Zukunft zeigte sich der Bürgermeister dennoch optimistisch. Gesellschaften hätten auch in früheren Jahrzehnten mit großen Krisen und Ängsten zu kämpfen gehabt. Rückblickend seien viele dieser Perioden später dennoch als Zeiten des Aufstiegs und wachsenden Wohlstands wahrgenommen worden. "Bitte, wir haben Chancen wie noch nie. Wir müssen die Chancen nur wahrnehmen. Wir müssen den Optimismus wieder stärker leben", appellierte der SPÖ-Mann.

{title && {title} } nico, {title && {title} } 03.09.2026, 10:56