Geschmackloser geht’s kaum: Vor neun Jahren verstieg sich Landtagsabgeordneter Leo Lugner (39, FPÖ) an Adolf Hitlers Geburtstag zu skandalösen Chatnachrichten, machte Anspielungen auf Eiernockerl – die Leibspeise des Massenmörders.
"Unüberlegte Aussage" nennt der prominente Blaue die Affäre, die ihm Ermittlungen wegen Wiederbetätigung eingebrockt hat, nun kleinlaut. Nachsatz: "Solche Äußerungen würde ich heute keinesfalls wiederholen. Sie hätten niemals fallen dürfen, auch nicht im privaten Rahmen eines Chats."
Im Zuge jahrelanger Ermittlungen der Justiz war es sogar zu einer Hausdurchsuchung und Auswertung von Chats gekommen. Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass dabei einschlägige Bilder und Text-Nachrichten sichergestellt worden seien.
Laut "Standard"-Infos sollen die Nachforschungen der Justiz begonnen haben, als Lugner noch kein Mandat und folglich keine Immunität genossen hat. Damals war er Pressesprecher der FPÖ Wien. Ob er für die FPÖ weiter tragbar ist – unklar.
Weder die Wiener Landesgruppe noch Bundesparteiobmann Kickl, mit dem Lugner öffentlichkeitswirksam am Heiligen Abend in der Lugner City auftrat, reagierten bisher. Lugner muss jedenfalls im Rahmen einer Diversion 160 Sozialstunden leisten.
Es sei ihm wichtig zu betonen, dass er die Ideologie des Nationalsozialismus sowie die Verbrechen des NS-Regimes "aufs Schärfste verurteile", so Leo Lugner.
Besorgt zeigte sich Stadtchef Ludwig (SP): Nationalsozialistisches Gedankengut habe in unserer Gesellschaft "keinen Platz"