Darknet-Auswertung

Kuriose Passwörter – Rapid schlägt Sex (und Austria)

Wie weit die Liebe zum Hütteldorfer Traditionsklub geht, zeigt jetzt eine Auswertung von knapp zwei Millionen geleakten österreichischen Passwörtern.
Wien Heute
02.09.2026, 05:30
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Grün-Weiß bis ins Passwort: Die Wiener Daten-Forscher von "Risikomonitor.com" haben knapp zwei Millionen im Klartext lesbare Passwörter aus öffentlich zugänglichen Leak-Quellen mit Österreich-Bezug untersucht. Dabei zeigt sich ein kurioses Bild: Wenn der Lieblingsverein im Passwort landet, führt an Rapid Wien kein Weg vorbei.

Insgesamt fanden die Experten 1.500 unterschiedliche österreichische Konten, deren geleaktes Passwort den Begriff "rapid" enthielt. Damit landet der Rekordmeister vor "austria" mit 1.030 Treffern und Sturm mit 429. Beim Begriff "austria" gibt es allerdings einen entscheidenden Haken: Er kann sowohl für den Wiener Fußballklub als auch für Österreich stehen.

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Rapid gewinnt Wiener Derby im Darknet

Damit entscheidet Rapid auch das etwas andere Wiener Derby klar für sich. Besonders bemerkenswert: Obwohl in den 1.030 "austria"-Treffern auch Passwörter enthalten sind, die sich schlicht auf Österreich beziehen könnten, kommt der Begriff nicht an "rapid" heran.

Für Manuel Löw-Beer, Geschäftsführer des in Wien ansässigen Unternehmens ist das Ergebnis besonders bitter – er ist selbst Austria-Anhänger: "Als Austrianer muss ich zugeben: Wir haben das Ergebnis gefühlt hundert Mal kontrolliert. Leider ist hier Rapid stärker. Rapid-Fans kennen offenbar keine Grenzen in der Liebe zu ihrem Verein, als ständiger Begleiter bis hin zum Passwort. Hut ab vor der Hingabe. Dennoch die klare Empfehlung: einen Passwortmanager nutzen und sich davon komplexe Passwörter erzeugen lassen."

Sogar "sex" hat keine Chance gegen Rapid

Doch Rapid gewinnt nicht nur gegen den Erzrivalen aus Favoriten. Bei der Auswertung wurde "rapid" sogar häufiger gefunden als "sex": 1.500 Konten mit "rapid" stehen 1.426 mit "sex" gegenüber. "xxx" kommt auf 894, "porn" auf 163 Treffer.

Was auf den ersten Blick wie eine kuriose Liebeserklärung an Grün-Weiß wirkt, hat allerdings einen ernsten Hintergrund. Vereinsnamen eignen sich laut den Experten überhaupt nicht als Passwort. Angreifer arbeiten mit Wortlisten, die auch regional angepasst werden können. Ein in Österreich besonders häufig verwendeter Begriff wie "rapid" wird dadurch leichter vorhersehbar.

Persönliche Begriffe beim Passwort vermeiden

Die Sicherheitsexperten raten deshalb dazu, für jeden Dienst ein eigenes Passwort zu verwenden, persönliche Begriffe wie Vereins-, Partner- oder Haustiernamen zu vermeiden und einen Passwortmanager einzusetzen. Zusätzlich sollten Zwei-Faktor-Authentifizierung oder Passkeys aktiviert werden, wo dies möglich ist.

{title && {title} } red, {title && {title} } 02.09.2026, 05:30