Mehr als ein Jahr nach der blutigen Attacke in einem ICE auf der Strecke von Hamburg nach Wien ist das Urteil gefallen. Der damals 20-jährige, in Wien gemeldete Syrer, der mehrere Fahrgäste und einen Lokführer mit einer Axt und einem Hammer angegriffen haben soll, bleibt laut "Kronen Zeitung" dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus. Eine Haftstrafe wurde nicht verhängt.
Die Tat ereignete sich am 3. Juli in einem mit rund 500 Menschen besetzten Zug der Deutschen Bahn in Bayern. Nach den Ermittlungen attackierte der Mann mehrere Personen mit einer Axt. Insgesamt wurden vier Menschen schwer verletzt, darunter auch ein Lokführer.
Vor dem Landgericht Regensburg musste sich der mittlerweile 21-Jährige wegen mehrfachen versuchten Totschlags verantworten. Der Richter stellte bei der Urteilsverkündung klar, dass es "schlichtweg Zufall" gewesen sei, dass bei der Attacke niemand ums Leben gekommen sei, berichtet die Tageszeitung.
Dennoch entschied das Gericht nicht auf Freiheitsstrafe. Nach Einschätzung der deutschen Behörden leidet der Angeklagte an Schizophrenie. Ihm werden eine paranoide Ausprägung mit Wahnvorstellungen und Realitätsverlust bescheinigt.
In der Urteilsbegründung heißt es laut "Krone": "Er war zum Tatzeitpunkt krankheitsbedingt nicht in der Lage, nach der Einsicht vom Unrecht der Tat zu handeln." Damit gilt der 21-Jährige als schuldunfähig.
Der Mann war 2021 als unbegleiteter Minderjähriger über die Türkei nach Österreich gekommen und hatte hier Asyl erhalten. Bereits vor der Tat in Deutschland war er in Österreich wegen Gewaltdelikten verurteilt worden - einmal wegen schwerer Körperverletzung in Salzburg und einmal wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt.
Wie das Innenministerium auf Anfrage der "Krone" bestätigte, läuft das bereits eingeleitete Verfahren zur Aberkennung des Asylstatus nach dem Urteil weiter.
Für die Opfer ist das Verfahren zwar abgeschlossen, die Folgen der Tat bleiben aber. Laut "Krone" leiden mehrere Betroffene bis heute unter Kopfschmerzen, Schwindel und Panikattacken in öffentlichen Verkehrsmitteln. Manche erleben die Attacke auch immer wieder in Albträumen.