Das Arbeitsmarktservice präsentierte nun die Arbeitslosenzahlen für den August. Mit Ende des Monats waren 375.730 Personen in ganz Österreich ohne regulären Job, 185.843 davon Frauen – ein Anstieg von 2,3 Prozent bzw. 8.610 Personen im Vergleich zum Vorjahr, wir berichteten. Steigerungen gibt es etwa bei Akademikern und älteren Arbeitnehmern über 50 Jahren.
Doch regional gibt es Unterschiede, ein positiver Trend ist in Wien zu verzeichnen. Hier ging die Zahl der Arbeitslosen schon wieder zurück. "Wien ist mit einem Minus von 1,0 Prozent als einziges Bundesland rückläufig und Niederösterreich mit +6,7 Prozent am stärksten betroffen", erklärt AMS-Chefin Petra Draxl.
Die Zahl der Arbeitssuchenden (also Arbeitslose plus SchulungsteilnehmerInnen) ist in Wien bereits zum siebten Mal in Folge zurückgegangen. Schon im Februar gab es einen Rückgang von 0,1 Prozent bei den Arbeitslosenzahlen, den größten gab es im Juli mit -1,4 Prozent.
Bemerkenswert deshalb, weil der Österreich-Durchschnitt im selben Zeitraum immer nach oben ging. Die Maßnahmen der Stadt Wien greifen am Arbeitsmarkt, so Bürgermeister Michael Ludwig (SP) zu "Heute".
"Durch gezielte Investitionen in den Standort und maßgeschneiderten Förderungen für die Wienerinnen und Wiener ist es uns heuer gelungen, die Zahl der Arbeitssuchenden im 7. Monat in Folge zu senken. Trotz einer herausfordernden wirtschaftlichen Lage bleiben wir dran: In Wien kämpfen wir um jeden Arbeitsplatz.", so der Bürgermeister.
Ein Problem gibt es für Jugendliche, die eine Lehre machen wollen. Derzeit sind in Wien 5.440 Personen vorgemerkt, die eine Lehrstelle suchen – laut AMS Wien ein Plus von 3,1 Prozent. Dem stehen 496 offene Lehrstellen gegenüber, um 37,8 Prozent weniger als vor einem Jahr.
"Für junge Menschen ist es schwer geworden, eine Lehrstelle auf dem ersten Lehrstellenmarkt zu finden", so AMS-Wien-Chef Winfried Göschl. "Hier lassen die Wiener Unternehmen leider auch sehr viel Potenzial liegen: Denn die Ausbildung im eigenen Betrieb ist der nachhaltigste Weg, um sich gegen den Fachkräftemangel zu wappnen."
Nach Branchen betrachtet, ist die Arbeitslosigkeit im Baugewerbe in Wien im Jahresvergleich um 4,2 Prozent gesunken. In der Hotellerie und Gastronomie ist sie um 0,2 Prozent gestiegen, in der Warenproduktion um 4,5 Prozent und im Einzelhandel um 5 Prozent.