Futter wird knapp

Dürre-Drama – hier sollte jetzt Viehfutter wachsen

Die anhaltende Trockenheit setzt Österreichs Landwirtschaft zu. Bauernbund-Präsident Georg Strasser zeigt die Folgen auf seinem eigenen Hof.
Österreich Heute
14.08.2026, 10:36
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Verdörrte Wiesen, geringere Ernten, immer weniger Futter für die Tiere: Die anhaltende Dürre macht vielen Bauern in Österreich schwer zu schaffen. Wie ernst die Situation ist, zeigt Bauernbund-Präsident Georg Strasser auf seinem eigenen Hof in Nöchling (NÖ).

"Da, wo ich jetzt stehe, sollte eigentlich das Futter für unsere Kühe wachsen", sagt er. Doch ein Blick zeigt, hier wird heuer nichts wachsen: "Die Wiese ist komplett ausgedörrt. Der Klimawandel ist für uns Bäuerinnen und Bauern keine abstrakte Debatte. Wir erleben seine Folgen jeden Tag auf unseren Äckern, Wiesen und in den Ställen", sagt Strasser.

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Fehlendes Futter wird zum Problem

Die Auswirkungen treffen die Betriebe gleich mehrfach. Wiesen und Äcker vertrocknen, die Erträge fallen geringer aus. Auf Höfen mit Tierhaltung wird zudem das Futter knapp. Laut Bauernbund sorgen steigende Kosten und die wirtschaftliche Unsicherheit bei zahlreichen Betrieben für zusätzlichen Druck.

Strasser warnt davor, die Folgen lediglich an geringeren Erntemengen festzumachen. "Unsere Familienbetriebe kümmern sich um ihre Tiere, bewirtschaften ihre Felder und Wiesen und stehen bei jedem Wetter draußen. Wenn eine solche Dürre kommt, geht es nicht nur um ein paar Prozent weniger Ertrag. Es geht um die Zukunft ganzer Höfe und damit auch um die heimische Lebensmittelversorgung", erklärt er.

Besonders betroffene Betriebe sollen deshalb Unterstützung bekommen. Strasser fordert rasche, unbürokratische und treffsichere Hilfen: "Unsere Bauernfamilien wollen auch in Zukunft hochwertige Lebensmittel für Österreich produzieren. Dafür arbeiten sie jeden Tag hart. Wer die heimische Versorgung sichern will, muss jetzt hinter ihnen stehen. Was sie brauchen, sind rasche Hilfe, Anerkennung für ihre Leistungen und ein Ende der pauschalen Schuldzuweisungen."

Gleichzeitig nutzt der Bauernbund die aktuelle Dürre, um Kritik an der Rolle der Landwirtschaft in der Klimadebatte zurückzuweisen.

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"Pauschale Schuldzuweisungen ärgern uns gewaltig", sagt Strasser. Die Bauern würden die Auswirkungen der Trockenheit unmittelbar erleben und gleichzeitig selbst Maßnahmen zum Klimaschutz setzen.

Nach Angaben des Bauernbundes hat die österreichische Landwirtschaft ihre Treibhausgasemissionen seit 1990 um knapp 16 Prozent gesenkt. Mehr als 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe würden am Agrarumweltprogramm ÖPUL teilnehmen.

Als Beispiele nennt der Bauernbund Zwischenfrüchte auf rund 270.000 Hektar Ackerfläche. Sie sollen Böden unter anderem vor Erosion schützen und zum Humusaufbau beitragen. Rund 240.000 Hektar würden zudem als Naturschutz- und Biodiversitätsflächen bewirtschaftet.

"Wir Bäuerinnen und Bauern gehören zu den wenigen Berufsgruppen, die bei ihrer täglichen Arbeit auch CO₂ binden. Wir produzieren hochwertige Lebensmittel, bauen Humus auf, bewirtschaften unsere Wälder und erhalten wertvolle Lebensräume. Wer über Klimaschutz spricht, darf diese Leistungen nicht einfach ausblenden. Die Landwirtschaft ist beim Klimaschutz ein unverzichtbarer Teil der Lösung", so Strasser.

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